27.06.2019 - 22.09.2019

Einblattholzschnitte des 15. Jahrhunderts

ÜBER DIE AUSSTELLUNG

Die Staatliche Graphische Sammlung München besitzt einen der weltweit bedeutendsten Bestände an deutschen Einblattholzschnitten des 15. Jahrhunderts. Die ersten europäischen Holzschnitte entstanden um 1400. War das Verfahren zum Bedrucken von Stoffen bereits bekannt, wurde es nun erstmals für Bilddrucke auf dem neuen Träger Papier genutzt und erlaubte eine preiswerte Multiplizierung von Bilderfindungen in hohen Auflagen. Erst dadurch wurden Abbildungen für weite Kreise erreichbar und erschwinglich. Vor allem religiöse Sujets für die private Andacht waren gefragt. An der Wand befestigt, gewährten die frühen Holzschnitte göttlichen Beistand; Heiligenbilder bewahrten vor Krankheiten und Seuchen. Durch Gebrauch rasch verschlissen, zählen diese frühen Drucke heute zu den rarsten Kostbarkeiten. Erhalten haben sie sich – oft in einem einzigen Exemplar! – zumeist nur, wenn sie in Büchern eingeklebt waren.

Die hl. Dorothea mit dem Jesuskind, Unbekannt Deutschland Bayern 15. Jh., Holzschnitt, schwarzer Handdruck, blassgelbbraun laviert, 217 x 197 mm (Blatt), Inv.-Nr. 171506 D, Foto: © Staatliche Graphische Sammlung München

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Heute noch bis 18:00 Uhr geöffnet

Öffnungszeiten

Täglich 10.00 - 18.00 Uhr
Donnerstag 10.00 - 20.00 Uhr
Montags geschlossen

Standort

Pinakothek der Moderne
Barer Straße 40
80333 München

Eintritt (inklusive Öffnungszeiten )

Sonntag Eintritt 1€

Dienstag bis Samstag regulär 10€
ermäßigt 7€

Sonntag regulär 1€

Tagesticket (Alte Pinakothek, Pinakothek der Moderne, Museum Brandhorst, Sammlung Schack) 12€

Dauer der Besichtigung

Ca. 60 Minuten

Barrierefreiheit

Informationen hier

Weitere Besucherinformationen

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Das Lamm Gottes, Unbekannt Deutschland 15. Jh., 1470 - 1480, Holzschnitt, koloriert, 146 mm (Blatt), Inv.-Nr. 1962:767 D, Foto: © Staatliche Graphische Sammlung München

Die Wiege der europäischen Druckgraphik

Aber nicht nur als historische Belege sind diese frühen Blätter bedeutend. Es sind überragende Meisterwerke linearer Ausdruckskraft: Der geradlinige Wille zur unmittelbaren Aussage schuf Werke von expressiver Kühnheit – ganz wesentlich unterstützt durch die Intensität der in der Frühzeit unbedingt zugehörigen Kolorierung. Da die frühesten Holzschnitte im Bayerisch-Salzburger Raum entstanden, haben sie dort auch überdauert. 1803 als Säkularisationsgut aus bayerischen Klosterbibliotheken übernommenen, zählen sie zu den ältesten Werken ihrer Art. Keine Sammlung der Welt vermag die Frühzeit des Holzschnitts so überragend zu belegen wie das Münchner Kabinett. Hier wird mit Stolz die Wiege der europäischen Druckgraphik verwahrt.

Die umfangreiche Restaurierung sämtlicher Werke wird der großzügigen Finanzierung durch die Edith-Haberland-Wagner-Stiftung verdankt und ist Anlass für die Präsentation ausgewählter kapitaler Blätter. Den Bestandskatalog ermöglicht generös die Ernst von Siemens Kunststiftung.

Werke zur Ausstellung

Unbekannt Deutschland
Der Hl. Antonius, um Hilfe gebeten von an Mutterkornvergiftung Erkrankte.
Süddeutschland (Schwaben?), um 1450, Holzschnitt, alt koloriert, 382 x 264 mm (Blatt), Inv.-Nr. 118241 D
Unbekannt Deutschland
Christus am Kreuz mit Maria und Johannes
Bayern oder Salzburg um 1410/20, Holzschnitt (blassgelb, grau, zinnober und schwarz (Hintergrund) bemalt), 260 x 185 mm (Blatt), Inv.-Nr. 118123 D
Unbekannt Deutschland
Das Jesuskind mit einem Vogel und Neujahrswunsch
Oberrhein (um 1465?), Holzschnitt, Schwarzer Reiberdruck, Bemalung hellgelb, rosa, zinnober, karmesin, graublau und oliv, 177 x 128 mm (Blatt), Inv.-Nr. 118287 D
Unbekannt Deutschland
Die Krönung Mariae
Süddeutschland um 1420/30, Holzschnitt, grün, gelbbraun, grau und zinnober bemalt, 200 x 276 mm (Blatt), Inv.-Nr. 118195 D

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