Artist Room

Ein Anfang

Entdecken Sie einen Teil der KünstlerInnen, ArchitektInnen und DesignerInnen, deren Werke in unseren Sammlungen zu Kunst, Graphik, Architektur sowie Design vertreten sind oder in Ausstellungen der Pinakothek der Moderne präsent sind und waren. Gemeinsam kommen die Sammlungen der vier Museen auf über 600.000 Objekte, daher wird das Verzeichnis beständig erweitert und hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Künstler-Verzeichnis A-Z

  • A
    • Anni Albers
      Albers, Anni, Wandbehang Nr. 81, 1925, Gewebe, Herst.: Staatliches Bauhaus, Dessau, Foto: Die Neue Sammlung — The Design Museum

      Exemplarisch für die neue Ästhetik des Bauhauses steht eine geometrisch-flächige Gestaltung, die sich rigoros gegen die vorherrschenden Geschmackskonventionen wandte, wie etwa den erzählend-figuralen Bildteppich, der noch im Jugendstil eine neue Blüte erlebt hatte.

    • Rudolf von Alt

      1802 - 1905

      Rudolf von Alt, An Bord des Donaudampfers Maria Anna, 1837, Aquarell über Bleistift, 217 x 144 mm Blattmaß © Staatliche Graphische Sammlung München

      Rudolf von Alt, An Bord des Donaudampfers Maria Anna, 1837, Aquarell über Bleistift, 217 x 144 mm Blattmaß © Staatliche Graphische Sammlung München

  • B
    • Max Beckmann

      1884 - 1950

      Leben und Wirken des deutschen Malers sind geprägt von traumatischen Erlebnissen während des Ersten Weltkriegs. In zahlreichen Selbstbildnissen ging er deren Auswirkungen auf seine Person und Psyche, aber auch auf seine gesellschaftliche Stellung auf den Grund. Seine während des Kriegs entstandene Zeichnung lässt den Betrachter an der inneren Zerrissenheit des Künstlers teilhaben, dessen Gesichtszüge die unmenschlichen Verhältnisse jener Zeit spiegeln und Beckmanns Weltverachtung erkennen lassen.

    • Peter Behrens

      1868 - 1940

      Behrens, Peter, Elektrische Wasserkessel, 1908/09, Metall, Rohrgeflecht, Herst.: AEG, Berlin, Foto: Die Neue Sammlung — The Design Museum

      Peter Behrens ist einer der Pioniere des modernen Industriedesigns. Seine Wasserkessel-Modelle für die Firma AEG sind ein Paradebeispiel für eine rationalisierte Produktion. Mit drei Grundtypen und drei unterschiedlichen Materialien und Oberflächenbehandlungen und einer Auswahl verschiedener Henkel und Ausgüsse konnten zahlreiche Varianten hergestellt werden.

    • Joseph Beuys

      1921 - 1986

      Mit seiner Idee der sozialen Plastik beeinflusste der niederrheinische Bildhauer und Graphiker die Kunst im 20. Jahrhundert wie kaum ein anderer. Seine Zeichnungen eröffnen einen Blick auf seinen komplexen Kunstbegriff, da sie wie Notizen und Ideen zu diesen fungieren.

    • Aenne Biermann

      Zu einer „größeren Vertrautheit mit den Dingen“ zu gelangen, war das erklärte Ziel der Fotografin Aenne Biermann. Mithilfe von engen Bildausschnitten, unkonventionellen Perspektiven und einer kontrastreichen Ausleuchtung erfasste sie Motive in ihren Details und besonderen Charakteristika. Durch die Linse eröffnete sich Aenne Biermann der überraschende Reiz des Alltäglichen. Der unvoreingenommene kindliche Blick ihrer Tochter Helga ist nicht nur Objekt einer fotografischen „Betrachtung“. Vielmehr ist er Kern eines fotografischen Konzepts.

    • Arnold Böcklin

      1827 - 1901

      Arnold Böcklin, Das Irrlicht, um 1855/60, Feder und Pinsel in Schwarz, grau laviert, weiß gehöht, mit Federlinie umrandet, auf hellbräunlichem Papier, 280 x 206 mm Blattmaß © Staatliche Graphische Sammlung München

      Arnold Böcklin, Das Irrlicht, um 1855/60, Feder und Pinsel in Schwarz, grau laviert, weiß gehöht, mit Federlinie umrandet, auf hellbräunlichem Papier, 280 x 206 mm Blattmaß © Staatliche Graphische Sammlung München

    • Theodor Bogler
      Bogler, Theodor, Kombinationsteekanne, 1923, Steinzeug, lasiert, Silber, Weidenschiene, Herst.: Staatliches Bauhaus, Töpferwerkstatt, Foto: Die Neue Sammlung — The Design Museum

      Die Kombinationsteekanne von 1923 gehört zu den frühesten Arbeiten des Bauhauses für die Industrie bzw. für die industrielle Serienfertigung. Die einzelnen Grundelemente der Kanne — gestufter Körper, Tülle, Deckel, Henkel — konnten z.T. vorfabriziert und auf unterschiedliche Weise miteinander kombiniert werden, so dass damit standardisierte Typen mit Variationsmöglichkeiten für günstige Serienproduktion entstanden, die nichtsdestoweniger kostbare Einzelstücke blieben, da sie nie in Serie gingen.

    • Pierre Bonnard

      1867 - 1947

      Pierre Bonnard, recto: Spielende Hunde und Figur; verso: Fragment einer Skizze, um 1891, Bleistift, Pinsel in Schwarz, 234 x 190 mm (unregelmäßig) Blattmaß © Staatliche Graphische Sammlung München

    • (Gyula Halàsz) Brassaï

      Nachts streifte der Fotograf durch Paris. Seine Faszination für die „Welt am Rande der unseren“ drängte ihn in die Straßen und Etablissements abseits der Prachtalleen und Kunstdenkmäler. Auf seinen Fotoplatten fixierte er Eindrücke, die sonst nur Verbrechern, Zuhältern, Prostituierten und Freiern vorbehalten waren. Tiefe Schlagschatten, ins Dunkle gehüllte Gesichter, verstellte oder durch Spiegelreflektionen ermöglichte Blickwinkel sind charakteristisch für Brassaïs Fotografien. Bis heute nähren sie unsere Vorstellung zwielichtiger Milieus im Paris der 1930er Jahre.

    • Marcel Breuer
      Breuer, Marcel, Kleiderschrank ti 113, 1925/26, Holz, lackiert, Herst.: Staatliches Bauhaus, Dessau, Foto: Die Neue Sammlung — The Design Museum

      Helle, einheitliche Schleiflackflächen stehen im wirkungsvollen Kontrast zu dem konstruktiven Gerüst aus dünnen, roten Streifen, Form und Funktion verbinden sich hier zu einer spannungsreichen Einheit, die der formalen Qualität eines abstrakten Gemäldes nahekommt.

    • Wilhelm Busch

      1832 - 1908

      Wilhelm Busch, 1832 - 1908, Der böse Hundefänger und das arme Hündlein, um 1866, Bleistift, Feder in Braun, Beschriftung: Bleistift, 280 x 447 mm Blattmaß © Staatliche Graphische Sammlung München

  • C
    • Paul Cézanne

      1839 - 1906

      Paul Cézanne (Cezanne), Steilhang mit Pinie (Felsen von Bibémus), 1895 - 1898, Aquarell über Bleistift, 475 x 415 mm Blattmaß © Staatliche Graphische Sammlung München

    • Eduardo Chillida

      1924 - 2002

      Chillida zählt zu den bedeutenden Bildhauern des 20. Jahrhunderts. Sein Verständnis von Form und deren Bezug zum Raum thematisiert er auch in seinen Papierarbeiten, die einen zweiten wichtigen Werkblock innerhalb seines Œuvres bilden.

    • Larry Clark

      Dead 1970 ist Teil der bahnbrechenden Fotoserie Tulsa, die das von Drogen und Gewalt geprägte Leben einer Gruppe von Jugendlichen in Larry Clarks Heimatstadt in Oklahoma dokumentiert. Selbst Teil der Gruppe und drogenabhängig, lässt uns der Fotograf in eine Subkultur jenseits der amerikanischen Einfamilienhaus- und Flower-Power-Idylle der 1960er Jahre blicken. Die im Stil eines Fototagebuchs gehaltenen Bilder konfrontieren den Betrachter mit Waffen, Heroinnadeln, Schusswunden, Sex und Tod. Ihre Intimität und Direktheit schockierte und setzte Maßstäbe für nachfolgende Generationen von Fotografen.

  • D
    • Honoré Daumier

      1808 - 1879

      Honoré Daumier, Don Quijote und Sancho Panza, um 1878, Aquarell, Bleistift, Conté-Kreide (am Rand Pinsel-, Kreide- und Federproben), 202 x 281 mm Blattmaß © Staatliche Graphische Sammlung München

      Honoré Daumier, Don Quijote und Sancho Panza, um 1878, Aquarell, Bleistift, Conté-Kreide (am Rand Pinsel-, Kreide- und Federproben), 202 x 281 mm Blattmaß © Staatliche Graphische Sammlung München

    • Eugène Delacroix

      1798 - 1863

      Eugène Delacroix, Studie zu „Die Dantebarke“, 1821 - 1822, Bleistift und Kreide, 407 x 274 mm Blattmaß © Staatliche Graphische Sammlung München

      Eugène Delacroix, Studie zu „Die Dantebarke“, 1821 - 1822, Bleistift und Kreide, 407 x 274 mm Blattmaß © Staatliche Graphische Sammlung München

    • Johann Georg von Dillis

      1759 - 1841

      Johann Georg von Dillis, Abbruch des Roten Turmes in München, 1796, Bleistift, aquarelliert, 225 x 289 mm Blattmaß © Staatliche Graphische Sammlung München

    • Peter Doig

      Wie eine hohe Wand, auf der die Konturen imaginärer Bilder auftauchen, ragt die leuchtend grüne Landschaft hinter dem Mann mit dem Zylinder auf. Die Kleidung des Dargestellten erinnert an das 19. Jahrhundert, lässt ihn wie ›aus der Zeit gefallen‹ erscheinen. Auch die tropische Umgebung trägt zu dieser Atmosphäre der Fremdheit bei. Metropolitain ist durch ein Vorbild inspiriert – die Darstellung eines Kunstbetrachters von Honoré Daumier (L’amateur d’estampes). Jedes Bild, erzählt uns das Gemälde, entsteht aus bereits Gesehenem und ist imstande, neue Bilder anzuregen.

  • E
    • Charles & Ray Eames

      Beim "Leg Splint", der Beinschiene, handelt es sich um ein funktionales Objekt mit der Leichtigkeit und Anmut einer Skulptur. Ray & Charles Eames entwarfen es für die US-amerikanische Navy, die keine geeigneten Beinschienen für ihre Kriegsverletzten besaß. Es entstand einerseits ein Gebrauchsgegenstand aber auch ein fantastisches Design: Ein im Gewicht leichtes Holzobjekt, das Bein umformend und das mit seinen zahlreichen Durchbrüchen für die sichere Fixierung einer modernen Skulptur sehr nahe kommt.

    • Olafur Eliasson

      1967

      Olafur Eliasson, Spheres of power and care, 2016, Aquarell, Tusche und Bleistift,  ca. 210 x 275 mm © Olafur Eliasson

      Mit seinen in engem Verhältnis zur Naturwissenschaft stehenden Kunstwerken, hat sich der isländisch-dänische Künstler seit den 1990er-Jahren als wichtige Größe in der internationalen Kunstwelt etabliert. Seine Arbeiten erwecken eine oftmals durch physikalische Phänomene hervorgerufene visuelle und sensuelle Faszination, die eines tiefergreifenden Sinngehalts nicht entbehrt.

    • Slawomir Elsner

      1976

      Slawomir Elsner, Der Turm der blauen Pferde (nach Franz Marc, 1913), 2016, Farbstift auf Papier, 2000 x 1300 mm © Staatliche Graphische Sammlung München

      Elsners tafelbildartige Zeichnungen beeindrucken durch ihre technische Virtuosität. In feinen Strichen konstruiert er nach photographischen Vorlagen mit Farbstift abstrakte Adaptionen berühmter Gemälde. Dabei lässt gerade die absichtsvolle Unschärfe die Graphiken zu eigenständen Werken werden mit offenen Assoziationsfeldern, die mit dem Erinnern und Wiedererkennen von bekannten Meisterwerken spielen, und so neue Betrachtungsangebote stellen.

    • James Ensor

      1860 - 1950

      James Ensor, recto: Maskenball (Le sablier); verso: verworfene Studie mit Köpfen, 1886, Schwarzer Stift und schwarze Fettkreide, 128 x 173 mm Blattmaß © Staatliche Graphische Sammlung München

      James Ensor, recto: Maskenball (Le sablier); verso: verworfene Studie mit Köpfen, 1886, Schwarzer Stift und schwarze Fettkreide, 128 x 173 mm Blattmaß © Staatliche Graphische Sammlung München

  • F
    • Anselm Feuerbach

      1829 - 1880

      Anselm Feuerbach, Drei reitende Amazonen, 1871, Schwarze und farbige Kreiden, Deckfarbe in Hellblau, 504 x 432 mm Blattmaß © Staatliche Graphische Sammlung München

      Anselm Feuerbach, Drei reitende Amazonen, 1871, Schwarze und farbige Kreiden, Deckfarbe in Hellblau, 504 x 432 mm Blattmaß © Staatliche Graphische Sammlung München

    • Carl Philipp Fohr

      1795 - 1818

      Carl Philipp Fohr, Der Dynast von Hirschorn lauert auf Beute, 1813 - 1814, Bleistift, Aquarell, 181 x 239 mm Blattmaß © Staatliche Graphische Sammlung München

      Carl Philipp Fohr, Der Dynast von Hirschorn lauert auf Beute, 1813 - 1814, Bleistift, Aquarell, 181 x 239 mm Blattmaß © Staatliche Graphische Sammlung München

    • Lucio Fontana

      1899 - 1968

      Fontanas Schaffen – bekannt sind besonders seine mit einem Messer aufgeschlitzten Leinwände –, steht für eine die verschiedenen künstlerischen Gattungen in sich vereinende Raumkunst mit teils metaphysischer Anmutung. Die Idee einer Verbindung von Kunst und Realraum setzt sich in den 1950er- und 1960er-Jahren durch Kunstgruppen wie der deutschen Zero-Bewegung und dem französischen Nouveaux Réalisme fort.

    • Helen Frankenthaler

      1928 - 2011

      Frankenthaler ist eine führende Künstlerin des Abstrakten Expressionismus der zweiten Generation. Anders als bei vielen ihrer Kollegen weist ihr Werk noch einen gewissen Bezug zu gegenständlichen Motiven, allen voran zur Landschaftsmalerei, auf.

    • Otto Freundlich

      1878 - 1943

      Otto Freundlich, Composition autour de deux plans noir et gris, 1942, Gouache, 169 x 122 mm © Staatliche Graphische Sammlung München

      Otto Freundlich, Composition autour de deux plans noir et gris, 1942, Gouache, 169 x 122 mm © Staatliche Graphische Sammlung München
      Der jüdische Theoretiker und Künstler war geistiger Vordenker einer sozialen Kunst, deren Ziel eine Aufhebung der gesellschaftlichen Schranken und die Gestaltung des menschlichen Zusammenlebens nach humanistischen Maßstäben war. Sein Werk und seine Person stehen aber auch synonym für die Ächtung des Künstlers durch den Nationalsozialismus. Der Mensch und Künstler Freundlich wurde diffamiert und verfolgt. Das Blatt entstand ein Jahr vor seiner Deportation und Ermordung.

    • Caspar David Friedrich

      1774 - 1840

      Caspar David Friedrich,Alte Elbbrücke bei Meißen, um 1816 Lt. Inventar 65: "Flusslandschaft mit Steinbrücke", Bleistift, Pinsel in Braun, schwarz umrandet
      164 x 215 mm Blattmaß, 144 x 194 mm Darstellung © Staatliche Graphische Sammlung München

  • G
    • Isa Genzken

      1948

      Seit den 1970er-Jahren hat Genzken mit ihren unkonventionellen Arbeiten neue Maßstäbe in der Bildhauerei gesetzt. Das sehr frühe Münchner Blatt aus einer singulären Suite von sieben gibt bereits einen Verweis darauf, wie radikal die Künstlerin in den folgenden Jahren den etablierten Formenkanon der bildenden Kunst befragen und sprengen sollte. Es ist zugleich als eine kritische Reaktion auf die US-amerikanische Kunst – oszillierend zwischen buntem Pop und zurückhaltendem Minimal – und als eine subversiv-spielerische Antwort auf die gestalterischen Prinzipien des Informel zu verstehen.

    • Théodore Géricault

      1791 - 1842

      Théodore Géricault, Studie zu „Das Floß der Medusa“, 1818, Bleistift, 231 x 179 mm Blattmaß © Staatliche Graphische Sammlung München

      Théodore Géricault, Studie zu „Das Floß der Medusa“, 1818, Bleistift, 231 x 179 mm Blattmaß © Staatliche Graphische Sammlung München

    • Hermann Glöckner

      1889 - 1987

      Erst in den vergangenen zwei Jahrzehnten wurde das Werk des Dresdner Bildhauers, Malers und Graphikers jenseits seines Wirkungskreises entdeckt, das zwischen Figuration und Abstraktion gleichermaßen zirkuliert. Heute muss man ihn zu den wichtigen Positionen in der deutschen Kunst der Klassischen Moderne zählen. Sein Tafelwerk gehört zu den bedeutendsten künstlerisch-konzeptuellen Schöpfungen der Moderne.

    • Edward William Godwin

      1833 - 1886

      Sideboard, um 1867, Herst.: William Watt, London, Foto: Die Neue Sammlung — The Design Museum, Erworben mit Unterstützung der Ernst von Siemens Kunststiftung

      Edward William Godwins Möbel entstand unter dem Einfluss japanischer Kunst, das sich durch strenge Grundform, durch Verbindung von Einfachheit und ästhetischer Raffinesse sowie durch Verzicht auf jegliche plastische Applikation grundlegend von den gleichzeitigen historistischen Möbeln unterscheidet.

    • Vincent van Gogh

      1853 - 1890

      Vincent van Gogh, Weizenfeld mit aufgehender Sonne, 1889, Schwarze Kreide und Rohrfeder in Braun, 474 x 620 mm Blattmaß © Staatliche Graphische Sammlung München

    • Dan Graham

      Zwei Ausblicke aus einem typisch amerikanischen Diner, eine Familie beim Sonntagsausflug. Die als Breitwandpanoramen angelegten Fenster öffnen den Blick auf eine Schnellstraße, gesäumt von Fertigarchitektur, im Nirgendwo einer Vorstadt. Kein Ort zum Verweilen, sondern zum Passieren. Öffentliche Interieurs und urbane Räume sind von Anbeginn zentrale Themen der Fotografie. Als Orte, an denen Geschichte und Gegenwart sowie Gemeinschaft und Individuum aufeinandertreffen, geben sie kaleidoskophaft Auskunft über den Zustand der Gesellschaft.

    • Konstantin Grcic
      Grcic, Konstantin, chair_ONE, 2004, Metall (Aluminium), gegossen, rot lackiert, Beton, grau, Herst.: Magis srl., Italien, Foto: Die Neue Sammlung — The Design Museum

      Mit dem Chair One entwickelte Konstantin Grcic ein kantiges Netzwerk aus Aluminiumstreben, dessen kristalline Ästhetik an die Gitternetzkonstruktionen grober digitaler Renderings in CAD-Programmen erinnert. Entsprechend thematisiert der Chair One auch das Verhältnis zwischen digitalen und analogen Gestaltungsprozessen. Tatsächlich ist der Stuhl ist das Resultat intensiver gestalterischer Forschungsarbeit über die Materialeigenschaften und strukturelle Logik des Aluminiums.

    • Andreas Gursky

      Rhein II ist eine moderne Darstellung des für Deutschland so identitätsstiftenden, von Mythen und Bildklischees überfrachteten Flusses. Die vor Ort aufgenommene Ansicht wurde digital überarbeitet, sodass der Betrachter ein fast monochromes Bild aus graugrünen Farbfeldern wahrnimmt. In bleierne Schwere getaucht, ist der Strom jeder Zeitlichkeit enthoben, von kristalliner Präsenz und unnahbar zugleich. Andreas Gursky wollte ein zeitgemäßes Bild des Rheins formulieren, das aber in der Realität nicht anzutreffen war und so der fiktiven Konstruktion bedurfte.

  • H
    • Zaha Hadid
      Hadid, Zaha, Tee- und Kaffee-Service, 1996/97 (Entwurf), Silber, Herst.: Sawaya & Moroni, Mailand, Foto: Die Neue Sammlung — The Design Museum

      Die Einzelteile dieses Sevices passen ineinander und bilden zusammen ein Ganzes wie in einem 3D Puzzle. Die Form ändert sich, je nachdem, ob das Service in Gebrauch ist oder nicht. Ungenutzt ergibt sich eine kompakte Struktur, die sich leicht umhertragen lässt. Im Gebrauch werden die Objekte herumgedreht und gekippt. Jede Form hat eine Schnittfläche, die es möglich macht das Stück in eine andere Achsenlage zu kippen, wodurch sich die Ausgießöffnungen aufmachen und damit eine neue Komposition entsteht.

    • Michael Heizer

      1944

      Heizer ist zur künstlerischen Bewegung der Land Art zu zählen, unter deren Begriff seit den 1960er-Jahren entstandene Installationen in der Landschaft, oftmals den US-amerikanischen Wüsten, von gigantischem Ausmaß zusammengefasst werden. Den Arbeiten gemein ist ihre stark konzeptuelle Ausrichtung, die sich sowohl in minutiösen Zeichnungen sowie abstrakten Notationen widerspiegelt.

  • I
    • Anne Imhof

      1978

      Mit ihrer Performance Faust, die sie 2017 für den deutschen Pavillon entwickelte, gewann Imhof den Goldenen Löwen der Biennale von Venedig. Begleitend fertigte sie zahlreiche von einer starken Linearität geprägte Zeichnungen an, die zugleich als vorbereitende Skizzen wie auch als Relikte der Aktion verstanden werden können.

  • J
    • Hilda Jesser
      Jesser, Hilda, Vase Modell 868 und Jardinière Modell 872, 1921, Irdenware, glasiert, Herst.: Wiener Werkstätte, Wien, Foto: Die Neue Sammlung — The Design Museum

      Die vielseitige Hilda Jesse lieferte für die Wiener Werkstätte seit 1916 Entwürfe und fertigte Arbeiten in den verschiedensten kunsthandwerklichen Bereichen. Keramiken entwarf sie nur sehr wenige, doch gehörten diese zu den erfolgreichsten der Produktion. Jesser achtete bei ihren Arbeiten streng auf die Gebrauchsfähigkeit und blieb - entgegen den üblichen Geschmackskonventionen der Zeit — in Farbe und Dekor zurückhaltend und verzichtete auf jegliche Spielereien.

    • Hella Jongerius
      Jongerius, Hella, Schale mit Nilpferd, 2004, Porzellan, weißer Scherben, gegossen, handbemalt, Herst.: Porzellanmanufaktur Nymphenburg, München, Foto: Die Neue Sammlung — The Design Museum

      Hella Jongerius wählte für ihre bekannte Serien der "Tierschalen" acht von siebenhundert Tierfiguren aus dem Formenarchiv der Nymphenburger Porzellanmanufaktur und platzierte sie in Schalen. Die naturalistische Bemalung von Schnecke, Vogel, Nilpferd, Reh, Hase, Frosch, Fuchs und Hund ergänzte sie jeweils mit einem zweiten Muster aus dem Dekorrepertoire von Nymphenburg – ganz gleich, ob es sich dabei ursprünglich um die Bemalung einer Suppenterrine oder das Federkleids eines Perlhuhns handelt.

  • K
    • Francis Kéré

      1965

      Diébédo Francis Kéré steht wie kaum ein anderer Architekt für das Zusammendenken konstruktiver, sozialer und kultureller Aspekte des Bauens.
      Für die realisierten Bauprojekte in seiner Heimat Burkina Faso erhielt er zahlreiche internationale Preise – darunter schon 2004 den Aga Khan Award for Architecture. In seinen Gebäuden vereint er seine Ausbildung an der TU Berlin mit den traditionellen Baumethoden Afrikas zu einem neuen, innovativen Ansatz.

    • Ernst Ludwig Kirchner

      1880 - 1938

      Ernst Ludwig Kirchner, recto: Mädchenakt im Interieur (Fränzi?), um 1910, Aquarell und Deckfarben, 450 x 350 mm © Staatliche Graphische Sammlung München

      Der Maler und Zeichner ist der bekannteste Vertreter der Künstlergruppe Die Brücke, die sich 1905 in Dresden gründete. Ziel war die Rückbesinnung auf eine Kunst, losgelöst von akademischen Reglements. Malerische Spontaneität und eine ungezügelte Farbigkeit charakterisieren das Blatt, das zu den Hauptwerken Kirchners in seiner Dresdner Zeit zählt.

    • Astrid Klein

      In ihren großformatigen Collagen aus den späten 1970er Jahren kombiniert Astrid Klein Gewaltdarstellungen aus den Massenmedien mit Textlegenden, die der Grausamkeit des Abgebildeten aufs Extremste entgegenstehen. Wenn die Künstlerin eine angedeutete Vergewaltigungsszene mit dem Bibeltextfragment „daß vollkommene Liebe die Angst austreibe“ überlagert, so wird das Verbrechen jedoch kaum verharmlost. Ganz im Gegenteil: der Zynismus der Bild-Text-Collage entzündet und verstärkt das Entsetzen umso mehr und durchbricht unsere Abgestumpftheit gegenüber alltäglicher Gewalt und ihrer Dauerpräsenz in den Medien.

    • Wilhelm von Kobell

      1766 - 1855

      Wilhelm von Kobell, Terrasse bei Föhring, um 1827, Bleistift, Aquarell, 197 x 262 mm Blattmaß © Staatliche Graphische Sammlung München

    • Franz Kobell

      1749 - 1825

      Franz Kobell, Kleiner Wasserfall mit Buschwerk im Vordergrund, zwischen 1800–1817, Pinsel in Braun, 181 x 211 mm Blattmaß © Staatliche Graphische Sammlung München

      Franz Kobell, Kleiner Wasserfall mit Buschwerk im Vordergrund, zwischen 1800–1817, Pinsel in Braun, 181 x 211 mm Blattmaß © Staatliche Graphische Sammlung München

    • Joseph Anton Koch

      1768 - 1840

      Joseph Anton Koch, Hüon und Amanda bei dem Einsiedler Alfonso, 1798/99 Szene aus Wielands Oberon, 8. Ges., Sepia laviert mit etwas Blau, Grün, Grau und Weiß, brauner und grauer Pinsel, Deckweiß, Feder in Schwarz, 535 x 751 mm Blattmaß © Staatliche Graphische Sammlung München

      Joseph Anton Koch, Hüon und Amanda bei dem Einsiedler Alfonso, 1798/99 Szene aus Wielands Oberon, 8. Ges., Sepia laviert mit etwas Blau, Grün, Grau und Weiß, brauner und grauer Pinsel, Deckweiß, Feder in Schwarz, 535 x 751 mm Blattmaß © Staatliche Graphische Sammlung München

    • Käthe Kollwitz

      1867 - 1945

      Käthe Kollwitz, 1867 – 1945, Schlachtfeld, 1907, Kohle und weiße Kreide auf grauem Papier, 456 x 595 mm © Staatliche Graphische Sammlung München

      Kaum ein anderes deutsches Œuvre zu Beginn des 20. Jahrhunderts bringt die sozialen Missstände der Gesellschaft in den Jahren vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs derart einprägsam zum Ausdruck wie das von Kollwitz. Die vorliegende Zeichnung ist eine Vorstudie zum sechsten Blatt ihres zentralen Zyklus Bauernkrieg (1902 – 1908).

    • Willem de Kooning

      1904 - 1997

      Der amerikanische Maler und Zeichner ist einer der bedeutendsten Köpfe des Abstrakten Expressionismus, einer ausdrucksstarken und farbgewaltigen Malerei, durch die sich die US-amerikanische Kunst zuvorderst in die Reihen der Avantgarde setzte. De Koonings halb abstrakte, halb figurative Zeichnung ist in Zusammenhang mit seiner berühmten Frauen-Serie der 1950er-Jahre zu sehen.

    • Germaine Krull

      Nach Stationen in Moskau, Berlin und Amsterdam avancierte Germaine Krull, die ihre fotografische Ausbildung in München absolviert hatte, in Paris zu einer gefragten Werbe- und Porträtfotografin und arbeitete als Fotojournalistin. Ihre Bedeutung als avantgardistische Künstlerin verdankt sie nicht zuletzt ihrem wegweisenden Mappenwerk „Métal“ (1928), für das sie eiserne Konstruktionen wie Kräne, Brücken, Maschinen und den Eiffelturm neuartig in Szene setzte. Mittels ungewöhnlicher Perspektiven, Mehrfachbelichtungen und Montagen inszenierte Krull die gigantischen Metallkonstruktionen als dynamische Monumente einer modernen Zeit.

    • Beate Kuhn
      Kuhn, Beate, Keramikobjekt „Bäume vom Himmel“, 1991, Steinzeug, roter Scherben, gedreht und montiert, braun, blau, schwarz glasiert, Herst.: Beate Kuhn, Foto: Die Neue Sammlung — The Design Museum

      Beate Kuhn gehört mit ihrer unverkennbaren Handschrift und ihrer unerschöpflichen Fantasie zu den bedeutendsten deutschen Keramikern nach 1945. Mit den genuinen Mitteln und Techniken der Töpferei schuf sie ein Werk, das weit über die funktionelle Gebrauchskeramik hinausreicht und an die Entwicklungen der bildenden Kunst seit der Nachkriegszeit, von Picasso bis zur Serialität der Minimal Art, anschließt.

  • L
    • Wilhelm Leibl

      1844 - 1900

      Wilhelm Leibl, Selbstbildnis, um 1895, Kohle, Bleistift, 330 x 210 mm Blattmaß © Staatliche Graphische Sammlung München

    • Zoe Leonard

      Es sind die unscheinbaren, oftmals belanglos wirkenden Dinge und Alltäglichkeiten, die die Künstlerin Zoe Leonard mit fast wissenschaftlicher Beharrlichkeit und zärtlich anmutendem Respekt durchdringt, um sie zum Sprechen zu bringen, wie diese Mediceische Venus aus Wien. Neben dem Sujet geht es ihr um den Akt des Sehens und die kulturellen Bedingtheiten unserer Wahrnehmung, die sie sichtbar und erfahrbar machen will. Fotografie ist nie Abbild, Re-Produktion, sondern immer ein visuelles Konstrukt, das gleichviel über das Motiv wie dessen Betrachter offenbart.

    • Max Liebermann

      1847 - 1935

      Max Liebermann, 1847 - 1935 35423 Z Die Bleiche, um 1889 Schwarze Kreide, weiß gehöht 268 x 493 mm Blattmaß © Staatliche Graphische Sammlung München

      Max Liebermann, Die Bleiche, um 1889, Schwarze Kreide, weiß gehöht, 268 x 493 mm Blattmaß © Staatliche Graphische Sammlung München

    • Hanna Löv

      1901 - 1989

      Die Architektin Hanna Löv war die erste weibliche Regierungsbaumeisterin in Bayern. Sie studierte ab 1919 an der TU München und arbeitete mit Robert Vorhoelzer bei der Oberpostdirektion München. Zusammen mit Erna Meyer und Walther Schmidt entwickelte sie in den 1920er Jahren eine neue Form der Küche, die „Münchner Küche“ – eine Kombination aus einer reinen Arbeitsküche und einer traditionellen Wohnküche.

  • M
    • Hans von Marées

      1837 - 1887

      Hans von Marées, Frauengruppe, um 1885, Rötel, gewischt, 504 x 404 mm Blattmaß © Staatliche Graphische Sammlung München

    • Walter de Maria

      1935 - 2013

      In Deutschland sorgte der US-amerikanische Künstler 1968 mit seiner Installation eines Erdraumes in der Galerie von Heiner Friedrich in München für Aufsehen, der Kunstgeschichte geschrieben hat. Das Interesse an einer Verbindung von Kunst und Natur kulminierte in der Einrichtung des Lightning Field in der Wüste von New Mexico 1977, zu der de Marias Zeichnung eine beinahe poetische Analogie bildet.

    • Adolph von Menzel

      1815 - 1805

      Adolph von Menzel, Der Barberinische Faun, 1874, Bleistift, 400 x 250 mm Blattmaß © Staatliche Graphische Sammlung München

      Adolph von Menzel, Der Barberinische Faun, 1874, Bleistift, 400 x 250 mm Blattmaß © Staatliche Graphische Sammlung München

    • Olaf Metzel

      Zum Zeitpunkt der Eröffnung der Pinakothek der Moderne jährte sich zum dreißigsten Mal das Attentat auf die Olympischen Spiele in München, die als »Heitere Spiele« konzipiert waren. Vor diesem Hintergrund entwickelte Olaf Metzel für das neue Museum eine Plastik, die die bühnenhafte Ausstrahlung des Treppenfoyers akzentuiert: Die einzelne Säule auf dem mittleren Treppenabsatz kleidete er in ein schillerndes Gewand aus farbigem Acrylglas. Verformte Plastikstühle im Innern verleihen dem Werk etwas Unheimliches und verweisen auf die Ambivalenz des titelgebenden Kinderspiels.

    • Piet Mondrian

      1872 - 1944

      Piet Mondrian gilt als wichtiger Vertreter der niederländischen Künstlergruppe De Stijl. Die Zeichnung – die zur selben Zeit wie seine streng geometrischen und abstrakten Gemälde entstand – diente einzig dem Broterwerb. Daraus erklären sich die veristische Detailgenauigkeit sowie ihr verblüffender Naturalismus.

  • N
    • Bruce Nauman

      1941

      Dem Umkreis der Konzeptkunst zugeordnet, hat der US-amerikanische Künstler ein vielschichtiges, gesellschaftskritisches Werk an Videoarbeiten, Performances, Skulpturen und Installationen mit einem irritierenden Sinngehalt geschaffen. Mit seinen radikalen, auf die Sinneswahrnehmung zielenden Arbeiten hat er die Kunst seit den 1960er-Jahren maßgeblich beeinflusst.

    • Emil Nolde

      1867 - 1956

      Die Naturdarstellungen des schleswig-holsteinischen Künstlers zählen zu den farblich eindrucksvollsten der deutschen Kunst des 20. Jahrhunderts. Die Naturschauspiele, die er in der flachen Landschaft seiner norddeutschen Heimat mit dem breiten Horizont intensiv studieren konnte, hielt er in stimmungsvollen Farbschilderungen fest.

  • O
    • Albert Oehlen

      1954

      Enfant Terrible der Kunst der 1980er-Jahre, wird der deutsche Maler dem sogenannten Bad Painting zugeordnet. Seine Gemälde und Graphiken schockieren durch ihre gewollt nachlässige Malerei, die banale Motivik und eine scheinbare Interesselosigkeit. Dass diese Art Kunstverständnis nichts mit einer mangelnden künstlerischen Qualität zu tun hat, beweist Oehlens Zeichnung.

    • Friedrich Olivier

      1791 - 1859

      Friedrich Olivier, Straße in Olevano, 1819, Feder in Braun über Bleistift, 216 x 125 mm Blattmaß © Staatliche Graphische Sammlung München

      Friedrich Olivier, Straße in Olevano, 1819, Feder in Braun über Bleistift, 216 x 125 mm Blattmaß © Staatliche Graphische Sammlung München

    • Ferdinand Olivier

      1785 - 1841

      Ferdinand Olivier, Gehöftwinkel in Mödling, im Hintergrund die Spitalkirche, 1823, Feder in Schwarz, 327 x 453 mm Blattmaß © Staatliche Graphische Sammlung München

    • Roman Ondak

      Der Wunsch, die Welt erfassen zu wollen, ist alt. Auch die performative Raumzeichnung Measuring the Universe lässt sich in dieser Tradition sehen. In ihrem Zentrum steht das Markieren der Körpergröße, wie es Eltern bei ihren Kindern vornehmen, um ihnen die Dimension von Veränderung durch Zeit zu vermitteln. Die sonst private Geste macht Ondak zu einer öffentlichen Aktion: Museumsaufsichten halten die Körpergröße jedes einzelnen Museumsbesuchers fest. Im Lauf der Zeit wächst eine Wandzeichnung. Physische Präsenz und Vergänglichkeit werden erfahrbar – mit minimalen Mitteln.

    • Johann Friedrich Overbeck

      1789 - 1869

      Johann Friedrich Overbeck, Italia und Germania, 1812/15 ff., Schwarze Kreide, 923 x 1012 mm /unten 1015 mm Blattmaß, 1250 x 1330 x 45 mm Rahmenmaß © Staatliche Graphische Sammlung München

      Johann Friedrich Overbeck, Italia und Germania, 1812/15 ff., Schwarze Kreide, 923 x 1012 mm /unten 1015 mm Blattmaß, 1250 x 1330 x 45 mm Rahmenmaß © Staatliche Graphische Sammlung München

    • Brian O’Doherty

      1928

      Mit institutionskritischen Texten, allen voran seinem Essay „Inside the White Cube“, hat O’Doherty den Kunstdiskurs seit den 1960er-Jahren international stark geprägt. Weniger bekannt ist, dass der in den USA lebende Ire auch ein umfangreiches Œuvre an Malereien, Graphiken und Raumarbeiten geschaffen hat, wobei er konzeptuellen und performativen Strategien folgt, wie das „Porträt“ von Marcel Duchamp eindringlich bestätigt.

  • P
    • Blinky Palermo

      1943 - 1977

      Palermo gilt als früh vollendetes und jung verstorbenes Ausnahmetalent. In seiner kurzen Schaffenszeit gelang ihm die Entwicklung einer vollkommen eigenständigen Bildsprache, in deren Mittelpunkt eine subtile Balance zwischen abstrakter Farbfeldmalerei und dreidimensionalem Raum steht.

    • A.R. Penck

      1939 - 2017

      Das Selbstbildnis zeigt den Künstler als einen selbstbewussten jungen Mann. Beeindruckend ist der sichere Strich, mit dem der aufstrebende Maler seine dynamische Zeichnung angelegt hat. Sein Studium der Alten Meister in Dresden ist ebenso offensichtlich wie die malerische Kraft, mit der Penck ein Werk schaffen sollte, das einen Höhepunkt der Kunst nach 1945 darstellt.

    • Adrian Piper

      Aus neun Bildern blicken uns neun verschiedene Paare entgegen. Mit ihrem strahlenden Lächeln entstammen sie alle der imaginären Welt des Films, der Werbung und des Familienalbums, alle bis auf das eine: das Paar im Zentrum mit dem ernsten Blick, der ärmlichen Kleidung aber vor allem mit seiner schwarzen Hautfarbe stört den Gesamteindruck. „Pretend not to know what you know“ – der Satz, mit dem Adrian Piper die neun Einzelbilder verbindet, legt bloß, was wir gerne verdrängen: soziale Ungerechtigkeit, Diskriminierung sowie die eigenen Vorurteile gegenüber Menschen außerhalb der weißen Mittelschicht.

  • R
    • Neo Rauch

      Das monumentale Gemälde "Kalimuna" von Neo Rauch zitiert Gesellschaftspanoramen des Barockzeitalters ebenso wie Historienbilder des 19. Jahrhunderts. Auch das Wand- und Propagandabild des 20. Jahrhunderts wird aufgerufen. Im Gegensatz zu den von Stolz oder Pathos erfüllten Vorläufern jedoch kommen in Rauchs Werk Entrücktheit und Verunsicherung zum Ausdruck. Sie lassen das Bildpersonal wie betäubt erscheinen, wenn es der alltäglichen Arbeit nachgeht oder Ritualen folgt. Der Konflikt zwischen Individuum und Gesellschaft, aber auch die widersprüchliche Beziehung von Natur und Zivilisation werden spürbar.

    • Man Ray

      Der Fotograf, Maler, Objektkünstler und Filmemacher Man Ray gilt als einer der radikalsten Impulsgeber der Kunst der Moderne. Als Fotograf experimentierte er mit kameraloser Fotografie, Mehrfachbelichtung, Manipulation und Montage. Das elegante Portfolio „Électricité“ entstand als Auftragsarbeit für die Pariser Elektrizitätswerke CPDE um für die Nutzung von Strom zu werben. In zehn Lichtdrucken nach sogenannten „Rayografien“, macht Man Ray einem Alchimisten gleich Licht, Schwingung, Energie und Spannung sichtbar und zeigt Elektrizität als Metapher für ein modernes Leben.

    • Johann Christian Reinhart

      1761 - 1847

      Johann Christian Reinhart, Fingals Kampf mit dem Geist von Loda, 1796, Bleistift, Feder und Pinsel in Braun und Schwarz, 588 x 808 mm Blattmaß © Staatliche Graphische Sammlung München

    • Albert Renger-Patzsch

      Zwischen 1927 und 1935 nahm Albert Renger-Patzsch im Ruhrgebiet Stadtrand- und Haldenlandschaften, Hinterhöfe und Vorstadthäuser, Industrie- und Zechanlagen auf. Die Bildserie stellt die einzige umfangreiche freie Arbeit des Fotografen dar. Mit ihrer zurückhaltenden Emotionalität und kompositionellen Klarheit markieren die Aufnahmen eine wichtige Position in der Industrie- und Landschaftsdarstellung der Moderne. Für uns heute sind Renger-Patzschs Ruhrgebietsfotografien auch als visueller Kommentar zu gegenwärtigen Diskussionen um Urbanität, Landschaftsschutz und Folgelandschaften zu lesen.

    • Werner Rohde

      Für den aus einer Kirchenmalerfamilie stammenden Werner Rohde bedeutete die Fotografie nach eigener Aussage die Möglichkeit, sich künstlerisch frei zu entfalten. Seine Aufnahmen entwickelten sich ausgehend von Modefotografien zunehmend freier bis hin zu theatralischen Inszenierungen und Maskeraden. Im Spiel mit Identitäten, getragen von aufwendiger Kostümierung und erzählerischer Gestik wirken seine Fotografien wie Zitate aus Spielfilmen der 1920er und 1930er Jahre. Sieben seiner Fotografien, darunter auch „Karneval“, wurden 1929 auf der Internationalen Wanderausstellung des Deutschen Werkbunds „Film und Foto“ gezeigt.

    • Carl Rottmann

      1797 - 1850

      Carl Rottmann, 1797 - 1850 21394 Z recto: Santorin, verso: Santorin (Skizze), 1845 Bleistift und Aquarell 277 x 381 mm Blattmaß © Staatliche Graphische Sammlung München

      Carl Rottmann, recto: Santorin, verso: Santorin (Skizze), 1845, Bleistift und Aquarell, 277 x 381 mm Blattmaß © Staatliche Graphische Sammlung München

    • Sep Ruf

      1908 - 1982

      Sep Ruf zählt zu den bedeutendsten Architekten der deutschen Nachkriegsarchitektur. Er lehrte an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg und später in München, wo er 1958 Präsident wurde. Mit seinen leichten, transparenten Bauten, die sich an Ideen des Bauhaus orientierten und jegliche Art von monumentalen Gesten vermieden, prägte er nach dem zweiten Weltkrieg vor allem das Stadtbild von München, Nürnberg und Bonn und trug maßgeblich zur baulichen Repräsentation der jungen deutschen Demokratie bei.

    • Johann Moritz Rugendas

      1802 - 1858

      Johann Moritz Rugendas, Blick vom Krater des Vulkans von Colima Richtung Norden, Ölfarbe auf Papier, 221 x 416 mm Blattmaß © Staatliche Graphische Sammlung München

    • Jacques Ruhlmann
      Ruhlmann, Jacques, Bücherschranksystem „Bibliothèque", um 1928, Holz, lackiert, Glas, Metall, verchromt, Herst.: Etablissements Ruhlmann, Paris, Foto: Die Neue Sammlung — The Design Museum

      Die „Bibliothèque" ist Höhepunkt des französischen Art Déco und zugleich Meilenstein in der Entwicklung des Element- und Systemmöbels. Kunsthandwerkliche Perfektion der Ausführung verbunden mit dem Konzept der freien Kombinierbarkeit der einzelnen Kastenelemente — darin liegt die Bedeutung dieses Möbels. In seinem konstruktiven Aufbau als Systemmöbel aus Elementen, die miteinander verschraubt werden, konkretisiert sich erstmals der Weg des modernen Möbels vom Wandschrank zur Schrankwand.

  • S
    • August Sander

      Dem Typus des Architekten widmet August Sander in seinem epochalen Werk Menschen des 20. Jahrhunderts ein eigenes Kapitel. Der Fotograf gibt Hans Poelzig, Mitbegründer einer neusachlichen Architektursprache, wie die meisten seiner Kollegen sitzend wieder. Sein dreiteiliger Anzug, die Fliege und die lässig in der Linken gehaltene Zigarre weisen ihn als Mitglied der gutbürgerlichen Gesellschaft aus, sein ungewöhnlicher Haarschnitt und die markante Brille hingegen unterstreichen eine künstlerisch-avantgardistische Haltung.

    • Michael Schmidt

      Zwischen 1991 und 1994 entstand diese Werkgruppe aus 163 Fotografien. Die in Eisen gerahmten Bilder werden in einer dichten Sequenz präsentiert, den Betrachter umfängt eine schier endlose Folge von Aufnahmen: Triste Stadtansichten, Landschaften, Stillleben und anonyme Porträts werden mit Reproduktionen historischer Fotos gemischt. Letztere zeigen Massenaufmärsche, Politikerporträts oder historische Ereignisse und sind als Versatzstücke und Erinnerungsfetzen einer deutschen Geschichte des 20. Jahrhunderts zu lesen. Doch dieses Kompendium bleibt bruchstückhaft, es lässt sich nicht zu einer Einheit zusammenfügen.

    • Paul Schmitthenner

      1884 - 1972

      Paul Schmitthenner war Vertreter der ersten Stuttgarter Schule und Mitbegründer der konservativen Architektenvereinigung „Der Block“, die sich als Gegenmodell zur avantgardistischen Vereinigung „Der Ring“ konstituierte. Ab 1918 war er Professor an der Technischen Hochschule Stuttgart. Sein Entwurf zur „Gartenstadt“ gilt als große städtebauliche Leistung des frühen 20. Jahrhunderts. In seinen Publikationen über preiswerte und gesunde Wohnkonzepte beschäftigte er sich unter anderem mit ersten Leitgedanken zum ökologischen Bauen.

    • Elisabeth Schmitthenner

      1921 - 2017

      Die Architektin Elisabeth Schmitthenner war die Herausgeberin des Lehrbuchs „Gebaute Form“, das sie mit ihrem Ehemann Paul Schmitthenner als Bild- und Textserie entwickelte. Sie studierte unter Theodor Fischer und Paul Bonatz an der Technischen Hochschule in Stuttgart und machte sich 1949 in ihrer Heimatstadt Neustadt in Holstein selbstständig. Schmitthenner gilt als eine der Architektinnen, die sich in der von Männern dominierten Architekturwelt behaupten und ihr eigenes Büro führen konnte.

    • Paul Schneider-Esleben

      1915 - 2005

      Der Architekt, Designer und Künstler Paul Schneider-Esleben war ein Vertreter der deutschen Nachkriegsmoderne. Bekannt wurde er vor allem durch funktionalistische High-Tech-Architektur und Megaprojekte in Beton. Von 1961-1970 lehrte er an der Hamburger Hochschule für Bildende Künste. Später beteiligte er sich an der anhaltenden Debatte um den Denkmalwert der Nachkriegsmoderne.

    • Julius Schnorr von Carolsfeld

      1794 - 1872

      Julius Schnorr von Carolsfeld, Hagen eröffnet das Blutbad, Nibelungenlied, 13. Gesang, 1829, Feder in Schwarzgrau über Bleistift, 429 x 569 mm Blattmaß © Staatliche Graphische Sammlung München

      Julius Schnorr von Carolsfeld, Hagen eröffnet das Blutbad, Nibelungenlied, 13. Gesang, 1829, Feder in Schwarzgrau über Bleistift, 429 x 569 mm Blattmaß © Staatliche Graphische Sammlung München

    • Moritz von Schwind

      1804 - 1871

      Moritz von Schwind, Kompositionsstudien zu David (David und Abigail), um 1830, Feder in Braun über Bleistift, 340 x 210 mm Blattmaß © Staatliche Graphische Sammlung München

    • Friedrich Seidenstücker

      Friedrich Seidenstücker zählt zu den bedeutenden Chronisten des Berliner Alltagslebens der 1920er und 1930er Jahre. Seine Fotografien erzählen von den unauffälligen Ereignissen und Begebenheiten in der Metropole: vom leichten Sonntagsvergnügen und dem beschwerlichen Arbeitsalltag, von Kinderspielen auf der Straße und dem Treiben auf Bahnhöfen oder im Zoo. Seidenstücker wirft einen augenzwinkernden, bisweilen humoristischen Blick auf die Mühen und Bemühungen der Menschen. Im Hintergrund und an den Bildrändern lassen seine Fotografien aber durchaus die aufgeladene Atmosphäre und die soziale Realität im Berlin der Weimarer Republik aufscheinen.

    • Georges Seurat

      1859 - 1891

      Georges Seurat, Mann an der Seine-Brüstung vor dem Invalidendom, 1880 - 1881, Conté-Kreide, 310 x 240 mm Blattmaß © Staatliche Graphische Sammlung München

      Georges Seurat, Mann an der Seine-Brüstung vor dem Invalidendom, 1880 - 1881, Conté-Kreide, 310 x 240 mm Blattmaß © Staatliche Graphische Sammlung München

    • David Shrigley

      Die cartoonartigen, ungelenk wirkenden Zeichnungen des Künstlers kennzeichnet eine radikale Beschränkung auf das Wesentliche. Schlicht sind sie jedoch nur auf den schnellen Blick, und mit purem Verstand ist ihnen nicht beizukommen. Shrigleys Haltung ähnelt der von Kindern, die das Komische, Schreckliche oder auch Bedeutungslose ohne Vorurteile offenlegen. Mit einem entwaffnenden, nicht selten schwarzen Humor widmet sich der Künstler den Banalitäten des menschlichen Alltags. LOOK AT THIS dreht die Erwartungshaltung des Betrachters um und macht ihn zum Befehlsempfänger des Kunstwerks.

    • Alma Siedhoff-Buscher
      Schiffbauspiel, 1923, Holz, lackiert, Herst.: Staatliches Bauhaus, Weimar, Foto: Die Neue Sammlung — The Design Museum

      In ihrem "Schiffbauspiel" — produziert in zwei Varianten — verband Alma Siedhoff-Buscher Gestaltungsprinzipien des Bauhauses mit Ansätzen moderner Pädagogik und ihren persönlichen Vorstellungen von modernem Spielzeug, das der Neugier und dem Forscherdrang der Kinder gerecht werden sollte.

    • Santiago Sierra

      1966

      Die gesellschaftskritischen Werke des spanischen Installations- und Konzeptkünstlers provozieren, indem sie die Grenzen der westlichen Wertvorstellungen spürbar aushebeln. Insbesondere in seinen Raumarbeiten lassen sich seine künstlerischen Fragestellungen am eigenen Körper nacherleben.

    • Kiki Smith

      Im Zentrum des Schaffens der US-amerikanischen Bildhauerin und Graphikerin steht die Befragung der Konditionen des menschlichen Daseins. Mit ihrer Radierung gelang ihr die maßstabsgetreue Übertragung des menschlichen Körpers auf eine Druckplatte, eindrucksvoll und zugleich zerbrechlich wirkend durch die fehlende Darstellung seiner umhüllenden Hautschicht.

    • Matti Suuronen
      Suuronen, Matti, Kunststoffhaus FUTURO, 1968, Glasfaserverstärkter Kunststoff, Metall, Herst.: Polykem Ltd., Finnland, Foto: Die Neue Sammlung — The Design Museum

      Die Design-Ikone des Space-Age — das von Matti Suuronen entwickelte und ursprünglich als Skihütte konzipierte Kunststoffhaus FUTURO. Mit seiner ellipsoiden Form verkörpert es die Zukunftsvisionen der 1960er Jahre, in der neue Materialien im Zentrum visionärer Entwürfe von mobilen Lebensräumen standen. Geprägt von Zuversicht in Wissenschaft und Technik sowie die Eroberung des Weltraums, symbolisiert es das Streben nach neuen, funktionalen, effizienten und massenproduzierbaren Behausungen dieser Zeit.

  • T
    • Fiona Tan

      Was macht das Ich aus? In der auf vier Leinwänden gleichzeitig projizierten Videoinstallation entwickelt die aus Australien stammende Künstlerin anhand von 250 gefilmten Porträts eine sozio-kulturelle Studie der deutschen Gesellschaft, aufgenommen zu Beginn des 21. Jahrhunderts in Berlin. Der in Schwarzweiß gehaltene Film ist eine bewusste Referenz an August Sanders Menschen des 20. Jahrhunderts (S. 129). Der begrenzte Bildausschnitt, die Stille und Anspannung der Personen erzeugt einen hohen Grad an Konzentration und Intensität, zwischen Porträtierten und Betrachtern vollzieht sich ein steter Dialog.

    • Christiane Thalgott

      1942

      Christiane Thalgott war als Münchner Stadtbaurätin von 1992 bis 2007 an vielen bedeutenden Entscheidungen – unter anderem über den Umbau des Hauptbahnhofs und den Ausbau des Mittleren Rings – beteiligt. Sie lehrte an der Universität Kiel und ab 1996 an der TU München, wo sie 2003 zur Honorarprofessorin ernannt wurde. Christiane Thalgott ist Schirmherrin des Förderpreises der Frauenbeauftragten, der jedes Jahr durch die Fakultät für Architektur der TU München vergeben wird.

    • Gert & Uwe Tobias

      1976

      Das Spiel mit Farben und Formen charakterisiert die großformatigen collageartigen Werke der Künstlerbrüder, die sich auf die Arbeit mit verschiedenen Drucktechniken, insbesondere dem Holzschnitt, spezialisiert haben. Dabei revolutionieren sie traditionelle Techniken – etwa die Grisaillemalerei – und bilden eine ungewohnt neue Bildsprache des 21. Jahrhunderts aus.

    • Henri de Toulouse-Lautrec

      1864 - 1901

      Henri de Toulouse-Lautrec, Portrait der Comtesse Émilie de Toulouse-Lautrec, 1882, Kohle, 630 x 478 mm Blattmaß © Staatliche Graphische Sammlung München

    • Luc Tuymans

      Skepsis und Askese prägen die Malerei von Luc Tuymans. Seine Bilder umkreisen die Bedingungen des Sehens. Three Moons zeigt eine planetarische Konstellation, einen Raum, der sich bei längerer Betrachtung jeder Konkretheit entzieht. In einer von gleißendem Licht erfüllten Unschärfe löst sich die Orientierung auf: Riesiges wirkt winzig, Tiefe erscheint flächig, Bedeutungsvolles peripher. Die Welt verliert sich, wird Modell, Schatten oder Nachbild. Das Bild erweist sich als Illusion und Verblendung, es führt in die Vor-Gegenständlichkeit zurück, zu den Ursprüngen der Bildentstehung.

  • W
    • Otto Wagner
      Wagner, Otto, Schreibtisch und Hocker der Wiener Postsparkasse, um 1904, Buchenholz, braun gebeizt, Aluminium, Herst.: Gebr. Thonet, Wien, Foto: Die Neue Sammlung — The Design Museum

      Die Möbelentwürfe für das Postsparkassenamt konstituieren zugleich den neuen Stil der Wiener Avantgarde, der die Konstruktion und Funktion der Möbel bewußt sichtbar macht, auf Stildekor im traditionellen Sinn verzichtet und auch modernste Materialien (Aluminium) einsetzt.

    • Jeff Wall

      In Form eines fotografischen re-enactment zeigt Jeff Wall einen aus Anatolien stammenden, jungen Mann, den er kurz zuvor kennengelernt hatte. Seine nachträglich in Szene gesetzte Ankunft ereignet sich in Mahmutbey, einem durch illegale Ansiedlungen und ausufernde Gewerbegebiete charakterisierten Vorort von Istanbul. Mahmutbey erscheint weder urban noch dörflich, sondern wie ein Passagenraum, der kaum Orientierung bietet. Die gewählte Ansicht öffnet den Blick in die Ferne, aber nicht zum Ziel der Reise, und ist wie ein Bildgedicht auf die Megapolis des späten 20. Jahrhunderts zu lesen.

    • Gillian Wearing

      Für Wearing bedeutet Kunst, soziale Beziehungen sichtbar zu machen. Schonungslos, aber stets respektvoll zeigen ihre Werke Menschen in inszenierten Situationen. Es entstehen Porträts, in denen sich eine Balance zwischen Privatheit und Öffentlichkeit einstellt. 1992/93 bat die Künstlerin auf der Straße Passanten, spontan einen für sie wichtigen Gedanken zu Papier zu bringen, um sie dann zu fotografieren. Die Kombination von Bild und Text schafft eine doppelte Ansprache, befragt Eigenwahrnehmung und Außenwirkung, stellt Fragen zu Wahrhaftigkeit, Projektion, Vereinnahmung und Selbstbestimmung.

    • Rachel Whiteread

      1963

      Thema der englischen Künstlerin ist der Raum, insbesondere der Leerraum, und seine emotionalen, sozialkritischen und politischen Konnotationen. Diesen visualisiert sie sowohl in Installationen im Außenraum und Mixed-Media-Installationen als auch auf der deutlich begrenzteren zweidimensionalen Fläche des Papiers.

    • Garry Winogrand

      Die Straßen der amerikanischen Großstadt bildeten Garry Winogrands fotografisches Jagdrevier. Dort spielte sich das Leben ab, dort spiegelten sich die tiefgreifenden sozialen Umbrüche der 1960er Jahre. Bevorzugt richtete Winogrand seine Kamera auf die sich elegant durch die Straßen bewegenden jungen Frauen. Sein Weitwinkelobjektiv erfasste jedoch immer auch den Kontext einer Szene. Ohne zu hierarchisieren oder zu moralisieren zeigt der Fotograf Menschen verschiedenster Ethnien und sozialer Schichten und öffnet den Blick auf die Gesellschaft in all ihrer Komplexität.

    • (Wolfgang Schulze) Wols

      1913 - 1951

      Die surreal anmutende und zugleich expressive und subtile Kunst des in Frankreich wirkenden deutschen Malers und Photographen beeinflusste die entscheidenden Kunstströmungen in Europa nach dem Zweiten Weltkrieg. Seine zwischen Form und Nicht-Form oszillierenden Werke von einer radikal existenzialistischen Ausdrucksweise machen ihn zum Wegbereiter des europäischen Informel.

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