
Susan Hefuna
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ONE ON ONE mit Susan Hefuna
In dieser Folge unserer Reihe ONE ON ONE spricht die Künstlerin Susan Hefuna über ihr Werk "Knowledge Is Sweeter Than Honey (Arabic)" (2012) – ein Schlüsselwerk ihrer Mashrabiya-Serie und titelgebend für die Ausstellung SWEETER THAN HONEY. EIN PANORAMA DER WRITTEN ART, die vom 11.12.2025 bis 12.04.2026 in der Pinakothek der Moderne zu sehen ist.
Video: Katalog Film
Gezeigte Werke: Susan Hefuna, Mashrabiya - Knowledge Is Sweeter Than Honey (Arabic), 2012
Courtesy Written Art Collection © Susan Hefuna
Susan Hefuna 4 women 4 views, 2001
Courtesy the artist © Susan Hefuna
Susan Hefuna, Mashrabiya Architektur in Old Cairo, 2007
Courtesy the artist © Susan Hefuna
Zwischen Ornament und Schrift:
Susan Hefunas Mashrabiya-Serie
Susan Hefunas Arbeit mit dem Titel “Knowledge Is Sweeter Than Honey (Arabic)” ist Teil ihrer Mashrabiya-Serie. Die filigranen, ornamental gestalteten Holzfenstergitter prägen die traditionelle islamische Baukunst: Sie halten die Sonne ab, lassen die Luft zirkulieren und erzeugen ein Spiel aus Licht und Schatten. Zugleich markieren sie eine Grenze: zwischen Innen und Außen, Privatheit und Öffentlichkeit, Sichtbarkeit und Verborgenheit und spiegeln damit auch die traditionell geschlechtlich getrennten Bereiche der islamischen Gesellschaft wider.
Für Hefuna, als Tochter eines ägyptischen Vaters und einer deutschen Mutter, sind die Mashrabiyas zentral: Sie symbolisieren ihre Position zwischen den Kulturen. Die Holzfenstergitter, in die sie arabische oder englische Worte, Sätze, Zahlen und Zeichen integriert, können je nach kulturellem Kontext unterschiedlich verstanden und gelesen werden. Beherrscht man die Sprache nicht, erscheinen sie als Ornamente, während sich andere Bedeutungen entfalten, sobald man die Worte lesen kann. Sprache wird damit zum elementaren Bestandteil in Hefunas Kunst.
Wissen ist süßer als Honig
Es ist eigentlich immer auch so, dass wir das sehen, was wir wissen und was wir kennen.
Aus einer feministischen Perspektive deutet der Titel an, dass Wissen als mächtiges Instrument gleichberechtigter, interkultureller Kommunikation dienen kann. Auch der Herstellungsprozess der Mashrabiyas ist von den beiden Kulturen geprägt: Vorstudien entstehen an verschiedenen Orten, in Kairo arbeitet sie anschließend mit Kunsthandwerkern zusammen, die die Mashrabiyas nach ihren Vorgaben in Handarbeit fertigen. Die Rasterstruktur des Holzgitters verweist im übertragenen Sinn auch auf gesellschaftliche und sprachliche Strukturen und wie diese Verhaltens- und Denkmuster prägen.
Über die Künstlerin
Susan Hefuna (*1962 in Berlin, DE) lebt und arbeitet in Düsseldorf, Kairo und New York. Als Tochter eines ägyptischen Vaters und einer deutschen Mutter wuchs sie mit zwei Kulturen, Sprachen und Schriftbildern auf. Sie schloss ihr Studium an der Städelschule in Frankfurt 1992 ab.
In ihren Installationen, Zeichnungen, Textilarbeiten, Skulpturen, Video und Performances bezieht sich Hefuna auf architektonische und urbane Strukturen, z.B. öffentliche Orte wie Kreuzungen oder sogenannte Mashrabiya – ornamentale Fenstergitter der islamischen, historischen Baukunst – die in ihrem Werk ebenso stellvertretend für gesellschaftliche Strukturen verstanden werden können. Ihre modularen Raster, grafischen Netze oder filigranen Schattenkörper spielen durch ihre inhärente Ambiguität und Durchlässigkeit mit Fragen über Innen und Außen, Privatheit und Öffentlichkeit, Sichtbarkeit und Verborgenheit. Ihre Werke tragen Aussagen und einzelne Worte in arabischer, englischer und deutscher Schrift, manchmal auch Liedzeilen der ägyptischen Sängerin Om Kalsoum. Schrift fungiert dabei aber nicht nur als Mitteilung, sondern auch als Zeichen und Symbol – etwa in Form von Kreuzen, Pfeilen oder Plus-/Minus-Zeichen –, die rhythmisch in die Gitter eingebettet sind: teils lesbar, teils als ornamenthafte Struktur.
Hefunas Werke wurden u. a. in der Serpentine Gallery, London (2008), auf der 53. Biennale von Venedig (2009), im MoMA, New York (2010), der Sharjah Art Foundation (2014) sowie im British Museum (2023) gezeigt.












