Das FLUX Baumhaus in der Pinakothek der Moderne eröffnet
Außen und Innen wachsen zusammen
Die Pinakothek der Moderne in München ist um eine Attraktion reicher. Am Abend des 29. April 2026 wurde das FLUX Baumhaus im Wintergarten am Südeingang feierlich eröffnet. FLUX ist nun ganzjährig und bei jedem Wetter erlebbar – als ein Ort, der das Museum und den Außenbereich nicht trennt, sondern bewusst miteinander verbindet. Für die britische Künstlerin Morag Myerscough war das Baumhaus von Anfang an die Grundidee des Projekts FLUX. Mit rund 100 m² Grundfläche auf der oberen Ebene im 450 m² großen Wintergarten ist das in nur fünf Wochen errichtete Baumhaus, nach ca. einem dreiviertel Jahre Planung und Vorbereitung, die größte begehbare Installation, die in der Pinakothek der Moderne je errichtet wurde. Neben dem Außenbereich von FLUX, der bereits seit Juni 2025 öffentlich zugänglich ist und sich als Treffpunkt für Kunst, Begegnung und Kreativität – als sogenannter Dritter Ort – in München etabliert hat, wird es nun auch im Wintergarten ein regelmäßiges und kostenloses Kulturprogramm geben.
„Let your imagination run wild“
Lass deiner Fantasie freien Lauf – das Credo ist und war die Überschrift für die Arbeit der Künstlerin vor Ort und prägt die Atmosphäre im Wintergarten. Mit über 1.500 Teilnehmenden hat Morag Myerscough FLUX gestaltet: in Workshops, in denen die Muster und Wörter, fantasievolle Gedanken und Sätze entwickelt wurden, über Mal-Sessions und zuletzt mit einem festen Team aus Helfenden, das die rund 1.000 m² Holzfläche
nach den entstandenen Mustern bemalt hat. FLUX war bereits im Entstehungsprozess ein soziales und partizipatives Kunstwerk und wird auch in Zukunft als solches genutzt.
„Ich wollte etwas Gewagtes und Großzügiges schaffen, verschiedene Generationen können hier zusammenkommen, sich wohlfühlen und sich
damit identifizieren. Einen Ort, der sich ständig weiterentwickelt, weil er den Menschen gehört, die ihn nutzen“, sagt Morag Myerscough.
Ein Gebäude in luftiger Höhe
Mit der Erweiterung in den Wintergarten wird dieses Prinzip der Durchlässigkeit und Transparenz weitergedacht. Die von Morag Myerscough gestaltete Installation integriert die im Raum wachsenden Bäume in eine farbintensive, zweigeschossige, knapp 10 Meter hohe Struktur. Die transparente Glasfassade sorgt dafür, dass sich Innen- und Außenraum visuell durchdringen. Besuchende bewegen sich buchstäblich in einem Zwischenraum – geschützt und doch verbunden mit dem Stadtraum. Dieses „Dazwischen“ ist mehr als eine räumliche Erfahrung: Es wird zur Metapher für das, was FLUX leisten soll – Übergänge schaffen, Schwellen abbauen, neue Formen des Miteinanders ermöglichen.
Temporäre Erweiterung für die Pinakothek der Moderne
Der heutige Standort von FLUX ist eng mit der Entwicklungsgeschichte der Pinakothek der Moderne verbunden. Die Fläche war ursprünglich für die Vollendung des Museums vorgesehen, deren Realisierung weiterhin Teil der langfristigen Perspektive bleibt. Für mindestens fünf Jahre wird dieser Ort nun als experimenteller Möglichkeitsraum genutzt: eine Leerstelle, die temporär mit einer künstlerischen Intervention gefüllt wird.
FLUX steht für einen produktiven Umgang mit dem Bestand: als offener Prozess zwischen Gegenwart und Zukunft, zwischen Nutzung und Vision.
„Die Stiftung Pinakothek der Moderne verfolgt das klare Ziel, das Haus zu vervollständigen. Gleichzeitig begreifen wir es als unsere Verantwortung, vorhandene Räume nicht ungenutzt zu lassen, sondern dass sie sinnstiftend bespielt werden. Mit FLUX entsteht so ein Format, das neue Perspektiven für die Zukunft eröffnet“, betont Dr. Markus Michalke, Vorsitzender des Stiftungsrats der Stiftung Pinakothek der Moderne.
Die vier Direktionen der Pinakothek der Moderne betonen: „Mit FLUX ist es gelungen, eine interaktive Installation zu entwickeln, die wortwörtlich auf verschiedenen Ebenen neue Perspektiven ermöglicht und der Eingangssituation auf der Südseite zu einem neuen Wert verhilft.“
Das Baumhaus …
Das Gesamtkonzept von Morag Myerscough wurde unter der Projektleitung von Eva Tillig von der Stiftung der Pinakothek der Moderne und den Architekten von 3G1 Architektur umgesetzt; darüber hinaus waren über zehn weitere Gewerke beteiligt. Das Baumhaus wurde als eigenständige Struktur in den bestehenden Raum integriert. Mehrere große, installative Elemente bilden eine Plattform, die über zwei Treppen sowie barrierefrei mit einem Hublift erreichbar ist. Besonders ist die Bauweise: Das Baumhaus ist eine begehbare Installation, steht komplett für sich und kommt ohne feste Verbindung zum Gebäude aus. Dadurch bleibt der Bestand unverändert, und gleichzeitig stellte dieses Vorgehen hohe Anforderungen an die Planung und Statik, da die Lasten nur an wenigen Stellen abgetragen werden können. Die bis zu neun Meter hohen geometrisch komplexen Holzstrukturen wurden teilweise vorgefertigt, vor Ort bemalt und montiert. Als öffentlich zugänglicher Bereich erfüllt das Baumhaus alle Anforderungen an Sicherheit und Betrieb und ist als Veranstaltungsstätte abgenommen.
… eine begehbare Installation
Im Kontrast zur klaren Architektur des Wintergartens entfaltet die Arbeit ihre besondere Wirkung. „Das Baumhaus ist mehr als ein neuer Ort im Museum – es ist ein räumliches Experiment, das klassische Grenzen bewusst auflöst“, so Prof. Dr. Andres Lepik, Direktor des Architekturmuseums der TUM, der bei der Eröffnung stellvertretend für die vier Direktor:innen die Pinakothek der Moderne sprach. Und weiter: „Dieses Projekt macht sichtbar, was ein Museum heute sein kann: offen, durchlässig, vernetzt – als Teil der Stadt und nicht als abgeschlossener Raum.“ Ein Scharnier zwischen Stadt und Museum
FLUX versteht sich als Schnittstelle zwischen Museum und Stadt. Der Ort senkt bewusst Schwellen und lädt zur aktiven Nutzung ein. Was einst eine ungenutzte Fläche war, ist heute ein offener Treffpunkt in der lebendigen Maxvorstadt – ein Ort mit hoher Aufenthaltsqualität und niedrigschwelligem Zugang für alle. Damit greift das Projekt zentrale Anliegen aus dem ersten Bürgergutachten zum Kunstareal München auf. Die Landeshauptstadt München hat FLUX begleitet und unterstützt. Dazu erklärt Stadtbaurätin Prof. Dr. (Univ. Florenz) Elisabeth Merk: „Mit FLUX ist ein öffentlicher Raum entstanden, der als konsumfreier Dritter Ort die Aufenthaltsqualität im Kunstareal bereichert. Das Baumhaus zeigt, wie wichtig solche offenen Räume für das soziale Miteinander in unserer Stadt sind – denn zeitgemäßer Städtebau geht weit über das rein Bauliche hinaus und denkt Orte mit, die Kultur und Alltag verbinden. Solche frei zugänglichen Orte der Begegnung sind für eine lebendige
Stadtgesellschaft unverzichtbar.“
Kostenloses Kulturprogramm für alle stärkt die Community
Die künstlerische Handschrift Myerscoughs prägt dabei nicht nur die visuelle Identität, sondern auch die soziale Wirkung des Ortes. FLUX lädt zur Aneignung ein und wird zur Bühne im besten Sinne: für spontane Begegnungen ebenso wie für kuratierte Formate. Das Programm reicht von spielerischen Formaten über Konzerte, DJ-Sets, Tanz und Bewegung bis hin zu Workshops und gemeinschaftlichen Angeboten – kostenfrei und immer partizipativ angelegt.
FLUX wächst weiter
Auch das gastronomische Angebot wächst mit dem Ort: Seit Mitte April erweitert „ShinShin“ das kulinarische Spektrum von FLUX und bietet unter anderem japanische Ramen an. Ergänzt wird das Angebot weiterhin von Getränken der „Paloma Bar“, dem Foodtruck „The Original“ mit Burgern und Tacos sowie dem Kuchenangebot des „Café Münchner Freiheit“, die den Außen- und Innenbereich bespielen und den Ort mitprägen. So entsteht ein vielfältiges, niedrigschwelliges Angebot, das den Aufenthalt im FLUX begleitet, ohne im Mittelpunkt zu stehen, denn FLUX ist ein konsumfreier Ort, Besucher:innen können ihre eigenen Speisen und Getränke mitbringen. Parallel entwickelt sich auch die Struktur hinter den Kulissen weiter: Neben der Kulturmanagerin, die seit Beginn dabei ist, sind zwei neue feste Stellen in den Bereichen Betrieb und Kommunikation dazugekommen, die das Team stärken und so die Grundlage schaffen für die langfristige Weiterentwicklung des Projekts.
Rück- und Ausblick
Seit der Ersteröffnung im Juni 2025 hat sich FLUX in kurzer Zeit als lebendiger Treffpunkt im Kunstareal etabliert: Rund 90.000 Besuchende inklusive rund 23.000 Teilnehmende am Programm wurden seitdem gezählt. Ein zentraler Bestandteil ist das kontinuierlich wachsende, kostenfreie Kulturprogramm, das bewusst niedrigschwellig angelegt ist und zur aktiven Teilhabe einlädt. Formate wie Yoga, Silent Disco Groove oder der offene Kreativworkshop, Open4Making, in Zusammenarbeit mit der Bildung und Vermittlung der Pinakothek der Moderne, haben sich schnell als feste Ankerpunkte etabliert. Die letzten Monate haben deutlich gezeigt, dass FLUX von vielen Menschen aus München bereits aktiv mitgestaltet wird – sie beteiligen sich aktiv am Programm, bringen eigene Ideen ein und prägen den Ort mit. Mit dem Baumhaus im Wintergarten wird das Programm weitergeführt und erweitert, mit Lesungen, Bingo- und Quizabenden und Vermittlungsangeboten, die auch weiterhin den Innenraum nutzen und so noch sichtbarer werden.
FLUX bleibt ein Projekt im Prozess: Programm und Nutzung entwickeln sich dynamisch weiter und werden an die Bedürfnisse der Besuchenden angepasst. Neu hinzu kommt die Möglichkeit, das Baumhaus in einem klar definierten Rahmen auch für ausgewählte private Veranstaltungen zu mieten. Die daraus generierten Erlöse fließen direkt in das offene, kostenfreie Programm zurück und tragen dazu bei, den Charakter von FLUX als Dritten Ort langfristig zu sichern.
Die Realisierung des Baumhauses ist das Ergebnis vielfältiger
Unterstützung: FLUX ist ein Projekt der vier Museen der Pinakothek der Moderne und der Stiftung Pinakothek der Moderne. Die Stiftung investierte bisher rund 2,8 Millionen Euro in den Bau von FLUX und stellt für den Betrieb jährlich jeweils eine sechsstellige Summe bereit. FLUX wird besonders von der Allianz, der Thomas Kirch Stiftung und der Kirch Stiftung in Erinnerung an den Münchner Medienunternehmer Leo Kirch und seine Frau Ruth gefördert. Die Allianz setzt sich für einen niedrigschwelligen Zugang zu Kunst und Kultur für die Stadtgesellschaft ein und fördert Projekte wie FLUX, die Begegnung im öffentlichen Raum ermöglichen.
Zahlreiche weitere Partner:innen und Förderer haben das Projekt durch Sachleistungen ermöglicht und begleitet. So stellte Caparol Icons 50 Farbtöne für die Gestaltung zur Verfügung, insgesamt rund 2.250 Liter, davon ca. 840 Liter nur für die Bemalung des Baumhauses. Keller&Kalmbach sponserte rund 28.000 Schrauben für das Baumhaus, Frogtape unterstützte mit 670 Rollen (entspricht 27,5 km Tape) und Vestner ermöglichte mit einem gespendeten Hublift die barrierearme Erschließung des Baumhauses. Dieses Zusammenspiel aus künstlerischer Vision, institutioneller Trägerschaft und engagierter Unterstützung unterstreicht den gemeinschaftlichen Charakter von FLUX.
Das FLUX Baumhaus auf einen Blick
Ort: Wintergarten / Südeingang der Pinakothek der Moderne
Öffnungszeiten: 10.00 – 20.00 Uhr
Dauer: fünf Jahre mit der Option um Verlängerung
Planung und Bauzeit: ca. ein dreiviertel Jahr Vorplanung und 5 Wochen Bauphase
Maße/Ausmaße: Der Wintergarten umfasst rund 450 m². Das Baumhaus selbst hat einen Fußabdruck von rund 120 m². Höhe des Objekts: bis zu 9 m. Die Plattform liegt auf 3 m Höhe
Konstruktion: Das Bauwerk wurde als eigenständiges Stahltragwerk mit Haupt- und Nebenträgern konstruiert
Entwurfsverfasserin: Morag Myerscough
Bauherrin/Betrieb: Stiftung Pinakothek der Moderne
Planung/Bauleitung: 3G1 Architektur PartmbB
Tragwerksplanung: Arup Deutschland GmbH
Brandschutz: Hephaistos Ingenieurgesellschaft mbH
Stahlbau: Gebr. Utes GmbH
Elektro: Wallner Elektrotechnik; Josef & Alfons Rieger GmbH
Holzbau: Die Dachdecker Thomas Ecker GmbH, Schreiner Zahn
Aufzug: Vestner Aufzüge GmbH
Boden: Eckl Parkett & Boden GmbH
Gerne bieten wir Ihnen für die Berichterstattung Interviews mit der Künstlerin Morag Myerscough, den Verantwortlichen der Stiftung Pinakothek der Moderne und der Pinakothek der Moderne oder den Architekten an. Sprechen Sie uns dazu gerne an.
Paula von der Heydt
Kommunikation, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit FLUX
+49 (0)151 298 586 20
paula.vonderheydt@flux-munich.com
Eric Dietenmeier
Leitung Kommunikation, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Pinakothek der Moderne
+49 (0)162 214 75 61
eric.dietenmeier@pinakothek-der-moderne.de

FLUX Baumhaus im Wintergarten der Pinakothek der Moderne
Foto © ThomasDashuber

FLUX Baumhaus im Wintergarten der Pinakothek der Moderne
Foto © ThomasDashuber

FLUX Baumhaus im Wintergarten der Pinakothek der Moderne
Foto © ThomasDashuber

FLUX Baumhaus im Wintergarten der Pinakothek der Moderne
Foto © ThomasDashuber

FLUX Eröffnung Baumhaus_29_04_2026: Foto © ThomasDashuber
FLUX Eröffnung Baumhaus_29_04_2026_Foto © ThomasDashuber
Die Muster und Texte für FLUX und das Baumhaus hat die Künstlerin Morag Myerscough gemeinsam mit der Community entwickelt
FLUX Eröffnung Baumhaus_29_04_2026_Foto © ThomasDashuber Die Muster und Texte für FLUX und das Baumhaus hat die Künstlerin Morag Myerscough gemeinsam mit der Community entwickelt
FLUX Eröffnung Baumhaus_29_04_2026_Foto © ThomasDashuber
Zentrales Element: der Schirm oben im Baumhaus – hier verschwimmen die Grenzen zwischen Innen und Außen besonders schön
FLUX Eröffnung Baumhaus_29_04_2026_Foto © ThomasDashuber
Die Redner:innen des Abends, v.l.n.r.: Dr. Markus Michalke, Vorsitzender der Stiftung Pinakothek der Moderne; Prof. Dr. (Univ. Florenz) Elisabeth Merk, Stadtbaurätin; Dr. Reinhard Scolik, Vorsitzender der Kirch Stiftung; Morag Myerscough, Künstlerin; Prof. Dr. Andres Lepik, Direktor des Architekturmuseums der TUM; Dr. Marie Schnell, Stiftungrätin Stiftung Pinakothek der Moderne.
FLUX Eröffnung Baumhaus_29_04_2026_Foto ©ThomasDashuber
Bester Blick auf den Kuchen bei der Eröffnung am Abend des 29.4.2026
FLUX Eröffnung Baumhaus_29_04_2026_Foto © ThomasDashuber Farbenfroh und glücklich: Morag Myerscough am Eröffnungsungabend
FLUX Eröffnung Baumhaus_29_04_2026_Foto ©ThomasDashuber
Bester Blick auf den Kuchen bei der Eröffnung am Abend des 29.4.2026
FLUX Eröffnung Baumhaus_29_04_2026_Foto © ThomasDashuber
Das Baumhaus hat zwei Treppenaufgänge und einen Plattformlift, um auf die obere Ebene zu kommen.
FLUX Eröffnung Baumhaus_29_04_2026_Foto © ThomasDashuber
Abendstimmung und fröhliches Beisammensein auch im Außenbereich von FLUX bei der Eröffnung des Baumhaus.








