Über die Ausstellung
ERFÖFFNUNG AM 17. MAI 2026 - MIT FREIEM EINTRITT IN DIE AUSSTELLUNG
Auch im Sommer 2026 wird die Ausstellung „Könnt ihr noch? - Kunst und Demokratie" im Neuen Schloss Herrenchiemsee zu sehen sein. Der Titel der Ausstellung zitiert die Tech-Rap-Formation Deichkind und fordert uns dazu auf, die Werte der Demokratie auch in Zeiten wachsender, gesellschaftlicher Spannungen zu stärken.
Unter diesem Vorzeichen werden in den historischen Rohbauräumen von Schloss Herrenchiemsee über 50 Hauptwerke der Sammlung Moderne Kunst präsentiert. Zehn Kapitel werfen Schlaglichter auf die Bedeutung kreativer Selbstentfaltung, auf die Grundwerte unserer Verfassung und die Möglichkeiten gesellschaftlicher Teilhabe. Werke von Künstler:innen wie Pablo Picasso, Max Beckmann, Rosemarie Trockel, Joseph Beuys, Maria Lassnig oder Gerhard Richter spannen einen Bogen von der Klassischen Moderne bis in die Gegenwart und treten in einen eindrucksvollen Dialog mit der außergewöhnlichen Architektur des Schlosses, das 2025 zum UNESCO Welterbe ernannt wurde. Die Ausstellung nimmt Bezug auf den Verfassungskonvent, der 1948 auf Herrenchiemsee die Grundlage für die deutsche Verfassung schuf.
Im eindrucksvollen Treppenhaus wird eine Neupräsentation der Künstlerin Paloma Varga Weisz gezeigt. Sie zählt zu den führenden Bildhauerinnen der Gegenwart und verbindet in ihren poetischen Arbeiten existenzielle Fragen mit einem sensiblen Umgang mit Materialität und surrealen Elementen.
Künstler:innen (Auswahl):
John Baldessari, Max Beckmann, Joseph Beuys, Lisa Brice, Deichkind, Günther Förg, Sheila Hicks, K. H. Hödicke, Jörg Immendorff, Asger Jorn, Anselm Kiefer, Ernst Ludwig Kirchner, Maria Lassnig, Henri Laurens, Inge Mahn, Henry Moore, A. R. Penck, Pablo Picasso, Judit Reigl, Gerhard Richter, Rosemarie Trockel, Paloma Varga Weisz, Andy Warhol u. a.
Kuratiert von Verena Hein, Anja Heitzer und Oliver Kase.
ERFÖFFNUNG
SONNTAG, 17. MAI 2026 · Ab 13:45 UHR
MIT FREIEM EINTRITT IN DIE AUSSTELLUNG
13.45 UHR | Kinder- und Jugendchor Prien, Ausstellungsräume 1. OG
14.00UHR | Eröffnungsreden, Ausstellungsräume 1. OG
Anton Biebl, Leiter der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen
Konstantin Buchner, Vorstand Schloss- und Gartenverwaltung Herrenchiemsee
Verena Hein, Sammlungsleiterin Kunst der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts
und Künstlerinnengespräch
Anja Heitzer, Kuratorin der Ausstellung mit Künstlerin Paloma Varga Weisz
14.45 UHR | Roger Rekless, Ausstellungsräume 1. OG
David Mayonga aka. Roger Rekless setzt sich als Solokünstler, Moderator, Radio-Host, Freestyle-König, Buchautor und nicht zuletzt als Live-Mitglied von Deichkind damit auseinander, wie es ist, Barrieren zu erfahren, sich Herausforderungen zu stellen oder widrigen Umständen und Vorurteilen ausgesetzt zu sein. Seine Perspektive bringt er in seine Kunst und in gesellschaftlichen Debatten ein – damit trifft er genau den Ton, den auch die Ausstellung aufgreift. Wie er selbst sagt, entsteht gerade aus diesen Spannungen seine größte kreative Kraft. Rekless ist keiner, der den Kopf in den Sand steckt – er erhebt die Stimme, stellt sich der Realität und begegnet Menschen und Meinungen mit Offenheit und Haltung.
11.00-16.30 UHR | Offene Workshops im Kinderforum van de Loo
11.00-17.00 UHR | Talk talk – Kunstauskunft
Besuch Planen
ÖFFNUNGSZEITEN
Das Neue Schloss Herrenchiemsee ist täglich geöffnet: 9.00-17.30 Uhr
EINTRITT
Eintritt mit Gesamtkarte Insel: 14 Euro/ermäßigt 13 Euro. Erhältlich vor Ort oder im Ticketshop.
In der Gesamtkarte Insel ist enthalten: Neues Schloss mit König Ludwig II.-Museum, Ausstellung „Könnt ihr noch?“ – Kunst und Demokratie und Augustiner-Chorherrenstift.
Kinder und Jugendliche bis zum vollendeten 18. Lebensjahr erhalten freien Eintritt.
GRUPPEN
Für Gruppenanmeldungen und Buchung einer privaten Führung wenden Sie sich bitte an die Kunstagentur Filomele. Die maximale Teilnehmer:innenzahl liegt bei 25 Personen. Informationen und Buchung: post@filomele.de
FREIE KOSTENLOSE FÜHRUNGEN FÜR SCHULKLASSEN
Außerhalb der Ferien, unter der Woche vormittags auf Anfrage
Anmeldung unter: post@filomele.de
ANFAHRT
Informationen zur Anfahrt:
Angebot der Bildung und Vermittlung
Kreativprogramm mit Künstler:innen des Kinderforum van de Loo
Ein von Kindern und Jugendlichen gestalteter interaktiver Ort des Kinderforum van de Loo bietet eine während des Ausstellungsbetriebs zugängliche Mitmachstation sowie an den Sonntagen ein offenes Kreativprogramm an.
Jeden SO 11.00 - 15.00
Workshop für Erwachsene
Abenteuer Demokratie auf der Insel: Eine Begegnung von Verfassungsfragen und moderner Kunst
SO 31.05. 13.00-15.30
SO 07.06. 13.00-15.30
SO 26.07. 13.00-15.30
SO 30.08. 13.00-15.30
SO 27.09. 13.00-15.30
SO 11.10. 13.00-15.30
Treffpunkt: Kasse Altes Schloss/Verfassungsmuseum, dort sind Teilnahmegebühren zu entrichten
Ticket Augustinerchorherrenstift 6 Euro/ 5 Euro ermäßigt zzgl. Teilnahmegebühr 6 Euro | Beschränkte Teilnehmerzahl
Anmeldung über: info.herrenchiemsee@bsv.bayern.de
In Kooperation mit der Bayerischen Verwaltung der staatlichen Schlösser- und Seen sowie der Bayerischen Landeszentrale für politische Bildungsarbeit
Demokratie-Karten
Aktivkarten für Alle zum Mitdenken und Kreativwerden.
Kostenlos erhältlich in der Ausstellung.
Walk in der Pinakothek der Moderne App
Verfügbar ab Ausstellungsbeginn in Deutsch, Englisch und Leichter Sprache App kostenfrei im AppStore oder im Google Play Store herunterladen!
Publikation
Könnt ihr noch? – Kunst und Demokratie / Are We Still up to It? – Art and Democracy
Hrsg.: Verena Hein, Oliver Kase
Beiträge von A. Assmann, H. Münkler, V. Hein, S. Hicks, O. Kase, A. Spickhoff
Hirmer
Deutsch/Englisch
208 Seiten, 50 Abbildungen in Farbe
19,5 x 26 cm, Klappenbroschur
ISBN: 978-3-7774-4549-6
Preis im Museum 29,90 Euro (Buchhandel 35 Euro)
Können wir noch?
Henning Besser von Deichkind im Interview
Verena Hein, Kuratorin der Ausstellung: Wir haben euren Songtitel für unsere Ausstellung übernommen, weil wir unsere Besucher:innen und uns selbst auch fragen - können wir noch? In der Ausstellung geht es um Kunstwerke, die Werte der Demokratie spiegeln, es geht um Kreativität und Selbstentfaltung, aber genauso um Sinnbilder, die entstanden sind, wenn die Würde des Menschen angegriffen wurde. Wie geht man mit der Spaltung um, wenn wieder Fragen gestellt werden können, die eigentlich nicht mehr gestellt werden sollten? Können wir noch für die Werte der Demokratie einstehen? Gibt es ein Grundverständnis oder -übereinkommen, was ein demokratische Gesellschaft ausmacht, in der Streit, Diskussion und Freiheit noch möglich sind?
Henning Besser, Deichkind: Yuval Harari hat es richtig erkannt. Wir haben die fortschrittlichsten Kommunikationstechniken der Geschichte entwickelt, aber verlernt, miteinander zu reden. Und ich denke, dass die Fähigkeit gewaltfrei miteinander reden zu können zentral für das gemeinsame Leben auf einem Planeten ist. Ich glaube schon, dass die Geschwindigkeit, in der sich die Welt entwickelt es uns als Menschen sehr schwer macht, in dieser Welt ein gelingendes Leben zu führen. Unsere Gehirne sind für dieses Leben nicht gut angepasst. Die Menge an Kontextwechseln, die wir beim Scrollen von 15 min Internet erleben, hat früher vermutlich ein ganzes Leben gefüllt. Ein Leben von einem Dopamin-Kick zum nächsten kommt zu einem Preis, den wir jetzt immer deutlicher sehen. Wir können als Menschen entscheiden, was für ein Leben wir leben wollen. Ob es uns als Gesellschaften auf diesem Planeten gelingt, nachhaltig, friedlich und frei miteinander zu leben das weiß ich nicht. Ich hoffe es und helfe gerne mit so gut ich kann.
Abbildung: Deichkind, Cover Könnt ihr noch?
Deichkind - Könnt Ihr Noch? (Official Video)
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Rundgang
Der Rundgang beginnt und endet mit Joseph Beuys, einer der herausragendsten und schillerndsten Figuren der deutschen Nachkriegskunst. Seine „Rose für direkte Demokratie“ (1973) steht für eine unmittelbare Teilhabe aller an der Politik. Beuys Einfluss auf internationale Künstler wie Andy Warhol und John Baldessari sowie auf das Umfeld der Düsseldorfer Akademie, etwa Sigmar Polke oder Inge Mahn, wird ebenfalls in der Ausstellung thematisiert. Mahns „Balancierende Türme“ (1989), eine Neuerwerbung aus dem Jahr 2024, werden nur von einem Seil zusammengehalten – gerät das Gleichgewicht ins Schwanken, fallen beide. Sie stehen sinnbildlich für die letzte Sektion der Ausstellung „Balanceakt“: Die Freiheit des Einzelnen endet dort, wo die Freiheit des Anderen eingeschränkt wird. Demokratie kann nur durch Teilhabe und Partizipation gelingen und muss als Prozess gelebt werden, Solidarität stützt sie.
Die Würde des Menschen, die im Artikel 1 des Grundgesetzes festgehalten ist, ist dabei von zentraler Bedeutung. Der Wert des Einzelnen geht einher mit den Grundrechten nach Freiheit, Gleichheit, Gerechtigkeit oder Solidarität. Das Recht auf freie Selbstentfaltung wird im kreativen Prozess besonders deutlich, künstlerische Ausdrucksformen zeigen dies oft spielerisch und immer mit Überzeugung. Das Kinderforum van de Loo, eine 1970 vom Münchner Galeristen und Mäzen Otto van de Loo gegründete Initiative, lädt alle Besucher:innen in der Sektion „Kreativität und Spiel“ ein, sich selbst kreativ zu betätigen.
Die frühesten ausgestellten Werke aus der sogenannten Klassischen Moderne entstanden während der Weimarer Republik, einer Hochzeit des freien und diversen Kunstschaffens. Exemplarisch stehen hierfür die Werke des Expressionismus etwa von Karl Schmidt-Rottluff oder Ernst-Ludwig Kirchner. Das zwölf Jahre währende nationalsozialistische Regime markiert einen unermesslich großen Einschnitt. Sinnbilder, die auf diese Erschütterung reagieren, machen einen Großteil der Werke dieser Ausstellung aus und werden in der Sektion „Schmerz und Erschütterung“ gezeigt. Dass die Erfahrung der Unmenschlichkeit während der NS-Zeit nicht nur auf Deutschland bezogen ist, belegen Werke von Henry Moore, Francis Bacon oder Ida Applebroog eindringlich im Saal „Wunden und Brüche“. Die figurative Bildsprache von Anselm Kiefer, Jörg Immendorff oder Gerhard Richter, Protagonisten der deutschen Nachkriegskunst, deckt Verdrängtes in der Gesellschaft auf. Rosemarie Trockel, Inge Mahn oder Maria Lassnig setzen wichtige Akzente im Sinne feministischer Sichtweisen und der Erweiterung der Materialien. Die international renommierte Künstlerin Sheila Hicks, die innerhalb ihres 70-jährigens Schaffens auf allen Kontinenten gearbeitet hat, gestaltet einen eigenen Raum auf Schloss Herrenchiemsee, der das verbindende Potenzial ihrer Kunst für das Publikum erfahrbar macht. Thomas Schütte wird das historische Treppenhaus bespielen. Seine Arbeiten können als Reaktionen auf die aktuelle Gesellschaft verstanden werden, insbesondere auf Themen wie Machtstrukturen, Entfremdung und die Komplexität menschlicher Beziehungen.
Mit großzügiger Unterstützung von
International Patrons of the Pinakothek e.V. und PIN. Freunde der Pinakothek e.V.
Für die Förderung des Vermittlungsprogramms danken wir:
DJE Kapital AG
In Partnerschaft mit
Bayerische Schlösser- und Seenverwaltung













