Ludwig Hirschfeld-Mack, Farbkreisel, 1924, Bauhaus Weimar. Foto: Die Neue Sammlung – The Design Museum (A. Laurenzo). © Kaj Delugan, Wien
08.02.2019 - 17.01.2021

Reflex Bauhaus

40 objects – 5 conversations

REFLEX BAUHAUS

40 objects – 5 conversations

Zum 100-jährigen Geburtstag der Reformschule Bauhaus zeigt Die Neue Sammlung – The Design Museum ein Jahr lang ihre bedeutendsten Bauhausobjekte im Dialog mit zeitgenössischer Kunst.

In Kooperation mit dem Künstler Tilo Schulz (geb. 1972 in Leipzig, lebt in Berlin) entstand eine zwölfmonatige Ausstellung, die 40 historische Objekte und fünf zeitgenössische Werke miteinander verschränkt.

1925, im Gründungsjahr der Neuen Sammlung, musste das Bauhaus Weimar verlassen und nach Dessau umziehen. Die Stadt München hatte sich ebenfalls als Alternative zu Dessau angeboten - in München war bereits der Bauhausverlag angesiedelt. Und mit der Jungen Institution Die Neue Sammlung erwarb ein Münchner Museum als eines der ersten Museen zeitgenössische, heute als Ikonen des modernen Designs angesehene Arbeiten des Bauhauses. Aus dieser Zeit stammen Textilien von Anni Albers und Gunta Stölzl, Spielzeug von Alma Buscher und Ludwig Hirschfeld-Mack oder Metallarbeiten von Otto Rittweger und Wilhelm Wagenfeld. Bis in die jüngste Zeit hinein erweiterten wichtige Arbeiten von Theodor Bogler, Marcel Breuer, Josef Hartwig, Naum Slutzky und Wilhelm Wagenfeld den Bestand an historischen Objekten, die nun in München zum ersten Mal nahezu vollständig der Öffentlichkeit vorgestellt werden - einige sind überhaupt erstmals zu sehen.

Marcel Breuer, Armlehnstuhl ti 1a, 1923/24, Bauhaus Weimar. Erworben mit Hilfe der Ernst von Siemens Kunststiftung. Foto: Die Neue Sammlung – The Design Museum (A. Laurenzo)

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Heute noch bis 18:00 Uhr geöffnet

Öffnungszeiten

Täglich 10.00 - 18.00 Uhr
Donnerstag 10.00 - 20.00 Uhr
Montags geschlossen

Standort

Pinakothek der Moderne
Barer Straße 40
80333 München

Eintritt (inklusive Öffnungszeiten )

Sonntag Eintritt 1€

Dienstag bis Samstag regulär 10€
ermäßigt 7€

Sonntag regulär 1€

Tagesticket (Alte Pinakothek, Pinakothek der Moderne, Museum Brandhorst, Sammlung Schack) 12€

Dauer der Besichtigung

Ca. 60 Minuten

Barrierefreiheit

Informationen hier

Weitere Besucherinformationen

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1925, im Gründungsjahr der Neuen Sammlung, musste das Bauhaus Weimar verlassen und nach Dessau umziehen. Die Stadt München hatte sich ebenfalls als Alternative zu Dessau angeboten – in München war bereits der Bauhausverlag angesiedelt. Und mit der jungen Institution Die Neue Sammlung erwarb ein Münchner Museum als eines der ersten Museen zeitgenössische, heute als Ikonen des modernen Designs angesehene Arbeiten des Bauhauses.

Aus dieser Zeit stammen Textilien von Anni Albers und Gunta Stölzl, Spielzeug von Alma Buscher und Ludwig Hirschfeld-Mack oder Metallarbeiten von Otto Rittweger und Wilhelm Wagenfeld. Bis in die jüngste Zeit hinein erweiterten wichtige Arbeiten von Theodor Bogler, Marcel Breuer, Josef Hartwig, Naum Slutzky und Wilhelm Wagenfeld den Bestand an historischen Objekten, die nun in München zum ersten Mal nahezu vollständig der Öffentlichkeit vorgestellt werden - einige sind überhaupt erstmals zu sehen. Drei bedeutende Objekte konnten mit Hilfe der Ernst von Siemens Kunststiftung erworben werden.

Alma Siedhoff-Buscher, Wurfpuppen, 1924, Foto: Die Neue Sammlung - The Design Museum (A. Laurenzo)
Alma Buscher (Siedhoff-Buscher), Wurfpuppen, 1924, Bauhaus Weimar. Foto: Die Neue Sammlung – The Design Museum (A. Laurenzo)
Anni Albers, Wandbehang Nr. 81, 1925. Bauhaus Dessau. Foto: Die Neue Sammlung – The Design Museum (A. Laurenzo) © 2018 The Josef and Anni Albers Foundation / VG Bild-Kunst, Bonn

Tilo Schulz entwarf eine Rauminstallation, in der diese Inkunabeln der Designgeschichte mit fünf zeitgenössischen Positionen in Dialog treten. Fünf internationale Künstlerinnen und Künstler aus unterschiedlichen Disziplinen wurden eingeladen, sich jeweils mit ihrem bevorzugten Bauhausobjekt auseinanderzusetzen und daraus eine eigenständige Arbeit zu entwickeln.

Die türkisch-deutsche Modedesignerin Ayzit Bostan befasst sich mit dem Lattenstuhl von Marcel Breuer und entwirft ein zeitgenössisches Äquivalent. Die deutsche Schriftstellerin Barbara Köhler u.a. lässt sich von der Doppelleuchte Christian Dells zu einem "Wort-Spiegel-Bild" inspirieren. Die indische Architektin Anupama Kundoo analysiert einen Stoff der Werkstattleiterin Gunta Stölzl für ein architektonisches Modell. Eine performative Soundinstallation leitet der japanische Komponist Junya Oikawa vom Bauhaus-Schachspiel Josef Hartwigs ab. Und die dänische Künstlerin Sofie Thorsen untersuchte die "Didyms", räumliche Durchdringungen, von Hermann Finsterlin hinsichtlich Raum und Volumen.

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Ayzit Bostan, Liege, 2018. Foto: Ayzit Bostan

Der konzeptionelle Ansatz von Tilo Schulz verbindet Vergangenheit und Gegenwart und ermöglicht die Lesbarkeit von überlieferter Herkunft und heutiger Reflexion. Auf diese Weise entstand nicht nur eine bemerkenswerte Konversation von Design mit den Künsten von heute und einigen der knapp hundert Jahre alten Objekte, sondern auch ein neuer Blick auf die Geschichte und Rezeption dieser Reformschule, die unser Verständnis von Design bis heute beeinflusst.

Während der zwölfmonatigen Dauer der Ausstellung werden die lichtempfindlichen Textilien und Bücher aus restauratorischen Gründen regelmäßig ausgetauscht.

Zur Ausstellung erscheint eine Publikation bei Koenig Books, gestaltet von Ulrike von Dewitz, mit Beiträgen von Hubertus Adam, Nico Bleutge, Yannick Hofmann, Angelika Nollert, Tilo Schulz, Eva Maria Stadler, Josef Straßer sowie Barbara Vinken.

Gefördert im Fonds Bauhaus heute der Kulturstiftung des Bundes.

Kooperationspartner:
Münchner Volkshochschule
Nomura Foundation
ZKM | Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe

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