09.02.2024 - 05.05.2024

FLATZ

SOMETHING WRONG WITH PHYSICAL SCULPTURE

Über die Ausstellung

Der Aktionskünstler, Bildhauer, Bühnenbildner, Musiker und Poet FLATZ zählt zu den außergewöhnlichsten Künstlerpersönlichkeiten der Gegenwart. Eine retrospektive Ausstellung in der Pinakothek der Moderne fokussiert das zentrale Thema seines Schaffens: den Körper.

Die Performances, Skulpturen und multimedialen Rauminstallationen von FLATZ (*1952) sind extrem und aufrüttelnd. Häufig kommt der eigene Körper des Künstlers zum Einsatz – insbesondere, um damit der menschlichen Verletzlichkeit Ausdruck zu verleihen und der Teilnahmslosigkeit des Publikums entgegenzuwirken. 1979 posierte der damals 27-jährige FLATZ nackt als lebende Dartscheibe. Diese durfte von den Zuschauenden mit Pfeilen beworfen werden, für einen Treffer stand ein Preisgeld von 500 Mark in Aussicht. Der elfte Wurf aus dem Publikum traf und verwundete den Künstler, die Performance war zu Ende. In der Silvesternacht 1990/91 ließ sich FLATZ im georgischen Tiflis kopfüber zwischen zwei Stahlplatten aufhängen, um wie ein Glockenklöppel pendelnd lautstark gegen das Metall zu prallen – ganze fünf Minuten lang, bis er bewusstlos wurde. Im Anschluss erklang der doppelt so lange Walzer „An der schönen blauen Donau“ von Johann Strauß, zu dem ein festlich gekleidetes Paar tanzte.

Einer internationalen Kunstöffentlichkeit bekannt wurde der gebürtige Österreicher 1992 mit seinem Beitrag „Bodycheck“ für die Documenta IX in Kassel. Das Werk bestand aus 90 schwarzen, von der Decke herabhängenden Boxsäcken, jeder einzelne dem Körpergewicht des Künstlers entsprechend. Das Documenta-Publikum musste sich, um den Raum zu durchqueren, mit einiger Anstrengung zwischen den Säcken durchkämpfen. FLATZ bezeichnete diese wie viele andere seiner Arbeiten als „Physical Sculpture“. Bei den „Physical Sculptures“ wird eine unmittelbare Interaktion zwischen Werk und Betrachtenden hervorgerufen – physisch oder psychisch.

Mit ausgewählten Werken von den späten 1970er-Jahren bis heute widmet sich die Ausstellung dem bedingungslosen Körperbegriff von FLATZ, der immer wieder auf unverwechselbare Weise auch sensitive und fragile Ebenen anspricht. Auf diesen Aspekt nimmt ein 1997 entstandenes Selbstporträt explizit Bezug, dessen Titel „Something Wrong with Physical Sculpture“ gleichzeitig Name der gesamten Ausstellung ist.

Kurator: Bernhart Schwenk

Weitere Informationen zur Ausstellung auf der WEBSITE DER BAYERISCHEN STAATSGEMÄLDESAMMLUNGEN

Hier können den Flyer zur Ausstellung herunterladen:

FLATZ, Selbstportrait mit Hammer © FLATZ
FLATZ
Portrait mit Hammer
© FLATZ

Live-Stream des Eröffnungsabends

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LIVE-STREAM DES ERÖFFNUNGSABENDS

Erste Eindrücke der Ausstellung

FLATZ, Portrait mit Hammer, 1990 © FLATZ Foundation
FLATZ, Star, 1989, C-Print, Ausstellungsversion: Leuchtkasten, 2024 (Unikat) 280 x 200 cm © FLATZ Foundation
FLATZ, Hera und Hades, 2004 2-tlg.: 2 MZ 1000 S, BJ 2003 Durchmesser Drehbühne: 300 cm © FLATZ Foundation
FLATZ, Demontage IX 1991 Video, projiziert, ca. 15 min © FLATZ Foundation

PROGRAMM ZUR AUSSTELLUNG

22.02.24
Donnerstag
19:00 - 20:30
Kunst

Screening Performancefilme: Flatz. Something wrong with Physical Sculpture

FLATZ (*1952) zählt zu den prominentesten internationalen, in München lebenden Künstlerpersönlichkeiten. Mit Performances, Skulpturen und multimedialen Rauminstallationen wurde der gebürtige Österreicher in den 1970er Jahren bekannt. Die Werke von FLATZ sind extrem und auf Provokation angelegt, immer wieder kommt der eigene Körper zum Einsatz, um menschlicher Verletzlichkeit Ausdruck zu verleihen und der Teilnahmslosigkeit des Publikums entgegenzuwirken.

Mit Werken aus allen Schaffensphasen widmet sich die Ausstellung dem radikalen Körperbegriff von FLATZ, der auf unverwechselbare Weise immer auch die sensitiven und fragilen Aspekte in den Blick nimmt.

Das Screening der Performancefilme findet im Ernst von Siemens-Auditorium statt.
Beginn 19 Uhr
Eintritt frei

Mit Veranstaltung

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Heute noch bis 18:00 Uhr geöffnet

Öffnungszeiten

Täglich 10.00 - 18.00 Uhr
Donnerstag 10.00 - 20.00 Uhr
Montags geschlossen

Standort

Pinakothek der Moderne
Barer Straße 40
80333 München

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